Zu einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zum Vogel des Jahres hatten der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die LBV – Kreisgruppe Regen in das Naturpark – Informationshaus eingeladen. Klaus Gregor für den LBV und Hartwig Löfflmann für den Naturpark konnten Ruth Waas von der LBV - Bezirksgeschäftsstelle als Referentin begrüßen. Die Diplombiologin Ruth Waas stellte in ihrem Vortrag Verbreitungsgebiet, Aussehen, Nahrungsspektrum, Brutbiologie, Gefährdungs – und Schutzmaßnahmen näher vor. Darüber hinaus ging sie auch auf die neun, in Deutschland vorkommenden, Spechtarten und deren Unterscheidung kurz ein. Wie alle anderen Spechte mit Ausnahme des Wendehalses, bleibt der Grünspecht im Winter bei uns. Er ist ein typischer „Europäer“. Der Iberische Grünspecht in Spanien sieht etwas anders aus, mit hellerem Gesicht. Ansonsten ist für den Grünspecht die rote Kopfkappe sehr typisch mit einem kleinen farbigen Bartstreif beim Männchen, beim Weibchen ist dieser eher gräulich. Der Gesang ist ein typisches Unterscheidungsmerkmal zum Grauspecht hin. Bei Spechten sind zum Einen die lange Zunge, die bis zu einem Drittel der Körpergröße einnehmen kann, das heißt beim Grünspecht bis zu 10 cm, und der lange Stützschwanz Charakteristikum. Bei Spechten dauert die Mauser sehr lange, weil Sie immer einen funktionsfähigen Stützschwanz brauchen. Das Hauptnahrungsspektrum beim Grünspecht sind Ameisen und Ameisenpuppen. Spechte sind sehr intelligent, sie merken sich auch im Winter Ameisennahrung unter dem Schnee. Die Spechte sind wenig scheu und gehen vereinzelt auch an Dachrinnen zum Trommeln oder an Dächer oder bauen sogar ihre Nester in Fassadendämmungen, zum Leidwesen der Eigentümer. Der ideale Lebensraum sind Streuobstwiesen. Nachmieter für Spechthöhlen sind beispielsweise Siebenschläfer, Hornissen, Wespen, Fledermäuse und verschiedene Vogelarten. Die Hauptgefährdung besteht durch den Einsatz von Spritzmitteln, durch Rodung von Streuobstwiesen oder im Straßenverkehr. Auch ein Wiesenumbruch für nachfolgende Ackerbaunutzung ist sehr problematisch. Der größte natürliche Feind ist das Wetter. Die Sonderausstellung im Naturpark – Informationshaus ist ab sofort bis zum 25. April 2014, täglich von 09:30 bis 16:30 zu besichtigen.

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