„Echter Urwald“ fasziniert. Viele Gäste kommen in den Bayerischen Wald, um hier besonders ursprüngliche Natur zu erleben. Ein besonderer Vorteil dieses naturnahen Tourismus ist, dass er auf etwas basiert, was die Natur bereits dem Bayerischen Wald gegeben hat. Der Naturschutz, der es sich zu einem seiner Hauptziele gemacht hat, diese heute in Mitteleuropa kostbar gewordenen Naturräume zu erhalten, wurde somit in den letzten Jahren auch für den Tourismus immer wichtiger. Besonders deutlich wurde das kürzlich wieder einmal bei einer Naturparkführung unter der Leitung von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, bei der sich die über 50 Teilnehmer – diesmal größtenteils Gäste – im Naturschutzgebiet „Rißloch“ in einen kleinen Teil des „wilden Arbers“ einführen ließen. Gleich zu Beginn erklärte die Gebietsbetreuerin, dass nur der die vielfältigen Zusammenhänge in der Natur begreifen kann, der sich möglichst vorurteilsfrei auf sie einlässt: Stehendes Totholz, das öfters das Ergebnis eines Borkenkäferbefalls ist, bietet Wohnraum für viele Tiere: Beispielweise für viele eher seltene Vogelarten oder für Fledermäuse, die ihrerseits uns Menschen nützen, da sie Insekten jagen. Dort, wo der Wald noch „echter Urwald“ ist oder zumindest sehr naturnah bewirtschaftet wird, haben es Borkenkäfer einiges schwerer: Da jede Borkenkäferart auf eine spezielle Baumart spezialisiert ist, bleibt der Bergmischwald als Ganzes hier erhalten. Nur dort, wo der Mensch auch in diesen Lagen die – oberflächlich gesehen – profitablere Fichtenmonokulturen anpflanzte, entstanden großflächigere Totholzgebiete, deren Anblick einige Menschen schockierte. Die Gebietsbetreuerin: „Wenn wir lernen, die Zusammenhänge in der Natur zu begreifen und wie sie – nicht kurzfristig, sondern längerfristig - denken, werden wir auf Dauer gesehen von ihr profitieren. Andersherum ausgedrückt: Wenn wir möglichst innerhalb kürzester Zeit von ihr profitieren wollen, werden wir ihr – und damit auch uns – längerfristig gesehen, schaden.“

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