Obwohl Fledermäuse wohl zu den faszinierendsten heimischen Tierarten gehören, wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über sie. Viele glauben, dass sie mit den Mäusen verwandt sind, obwohl sie in Wirklichkeit biologisch zu den Fledertieren und nicht zu den Nagetieren gehören. Dank den in Film und Fernsehen verbreiteten Klischees bezeichnen sie manche als „Kleine Vampire.“ Fakt ist jedoch, dass alle europäischen Fledermäuse nur Insekten fressen. Dass Fledermäuse daher nicht nur sehr faszinierende, sondern vor allem auch sehr nützliche Tiere sind, zeigte Diplom-Biologin und Fledermausexpertin Susanne Morgenroth den 78 Teilnehmern der vom Naturpark Bayerischer Wald, dem LBV und dem Silberbergwerk organisierten Veranstaltung zur „Europäischen Fledermausnacht“ im Bodenmaiser Silberberg. Bereits auf der kurzen Wanderung von der Talstation der Silberbergbahn zum Barbarastollen an der Mittelstation zeigte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald den teilnehmenden Kinder spielerisch, wie sich Fledermäuse im Dunkeln bewegen und jagen können. In ihrem anschließenden Vortrag im Barbarastollen erzählte Fledermausexpertin Susanne Morgenroth den aus ganz Niederbayern angereisten Exkursionsteilnehmern u.a., dass es weltweit über 900 Fledermausarten gibt und von den 22 in Bayern heimischen Fledermausarten 19 im Bayerischen Wald vorkommen. Elf davon überwintern in den 35 km langen Stollen des Silberbergwerks, dem größten Fledermauswinterquartier Mitteleuropas. Der „Hausherr“ des Silberbergwerks, Bergwerksleiter Martin Schreiner erklärte, dass der wirtschaftende Mensch hier also seit dem frühen Mittelalter unbeabsichtigt zum Fledermausschutz beiträgt. Als Höhepunkt hatte die Fledermausexpertin des Naturparks drei lebende Fledermäuse mitgebracht, die von ihr zur Zeit gepflegt werden. Viele der Exkursionsteilnehmer konnten so zum ersten Mal lebende Fledermäuse aus der Nähe betrachten und beobachten. Abschließend wies Susanne Morgenroth noch auf die Internethomepage des Naturpark-Fledermausprojekts hin. Unter www.fledermaus-bayern.de können alle Fledermausbegeisterten nicht nur weitere Informationen über das Projekt bekommen, sondern auch Bauanleitungen für Fledermauskästen herunterladen und so etwas aktiv zum Fledermausschutz beitragen. Nach dem Vortrag wanderten die Exkursionsteilnehmer zur Gottesgabe, wo sie – ausgerüstet mit Bat-Detektoren und Taschenlampen - einige Fledermäuse beim spätsommerlichen Balzflug beobachten konnten.

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