• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Energieeinsparung in Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetrieb Christoph Pfeffer und Daniel Harslem informieren im Naturparkhaus


Im Rahmen ihrer 75. Gemeinschaftsveranstaltung befassten sich Arbeitskreis Energie und Naturpark Bayerischer Wald e.V. mit dem Thema Energieeinsparung in Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetrieben. Der Arbeitskreis Energie hat sich zum Ziel gesetzt, einen energieautarken Landkreis zu schaffen. Mehr als 300 Einladungen wurden an Betriebe verschickt, um zusammen mit der Kreishandwerkerschaft auf das Thema Energieeinsparung zu sensibilisieren. Leider lies die Resonanz mit nur 20 Teilnehmern stark zu wünschen übrig. Warum das Thema so wichtig ist, erläuterte Willi Baumgartner bei seiner Einführung, nachdem Bildungsreferent Hartwig Löfflmann für den Naturpark begrüßt hatte. Baumgartner informierte dass im Landkreis Regen 103 Millionen Kilowattstunden, so die offiziellen Angaben von E.ON Bayern, an Strom pro Jahr verbraucht werden. Ca. 25 % davon stammen bisher aus alternativen Energiequellen. Betrachtet man den Haushaltsstrom, dann stammen bereits 80 % aus erneuerbaren Energiequellen. Die großen Verbräuche bei Gewerbe, Industrie und Handwerk zu reduzieren, ist damit ein sehr wichtiges Thema. Als Referenten konnten Dipl.-Ing. Christoph Pfeffer und Dipl.-Ing. Daniel Harslem gewonnen werden, die beide Energiebüros betreiben und auch Beratungen durchführen. Gerade mittelständische Betriebe, so die beiden Referenten, sind oft über Jahrzehnte gewachsen. Es wurde nach und nach erweitert und „hinzukonstruiert“. Deshalb fehlen oft übergreifende Energiekonzepte. Erhitzen und Kühlen läuft manchmal ohne Vernetzung im gleichen Betrieb nebeneinander ab. Grundsätzlich muss man alle Maschinen kritisch betrachten, die lange laufen. Zunächst gingen sie auf Heizsysteme ein. Veraltete Heizungspumpen benötigen einen hohen Stromverbrauch. Drehzahlgeregelte Pumpen sind hier vorteilhaft. Ebenso ist die Dämmung von Leitungen wichtig. Bei Blockheizkraftwerken soll man kritisch prüfen, ob sie für den Betrieb wirklich notwendig sind und wenn dann klein dimensionieren und auf den Sommerbetrieb auslegen. Vielfach kann auch ein Lastmanagement sinnvoll sein. Bei den Leuchtmitteln wird oft sehr viel vergeudet, beispielsweise im Foyer oder in Lagerräumen, die dann doch wenig genutzt werden. Der Einsatz von LEDs und der Einsatz von Bewegungsmeldern ist hier sinnvoll. Die teuerste Energie steckt in der Druckluft. Hier werden selbst bei neuen Anlagen nur 25 % des Stroms in Druckluft umgesetzt. Undichte Kupplungen, zu kleine Leitungen oder zu hoher Druck aber auch Spiralschläuche wirken sich hier sehr ungünstig aus. Man soll auch das Abstauben der Kleidung und das säubern von Bauteilen mit Druckluft gänzlich bleiben lassen. Besser ist hier ein Industriesauger. Außerdem wird der Schmutz nur auf die ganze Werkstatt verteilt und der Feinstaub ist ohnehin gesundheitsschädlich. Im Anschluss wurde auch auf die Kältetechnik eingegangen. Kühlhäuser müssen gut gedämmt und vernünftig angeordnet werden. Grundsätzlich soll man immer Energiekonzepte erstellen lassen und Verbraucherstellen analysieren. Vorteilhaft sind auch Energiekennzahlen, anhand derer man messen kann wo man liegt. Wenig bekannt sind die Förderprogramme hierzu. Bei groben Energieanalysen gibt es bis zu 1280 Euro, das heißt 80 % vom Honorar, bei Messungen bis zu 4800 Euro Zuschüsse für Energieberatungshonorare. Bei vielen Betrieben ist dies unbekannt, auch die Banken könnten da in Zukunft verstärkt informieren, so die Referenten. Das Thema Energieeffizienz beeinflusst die Wirtschaftlichkeit von Betrieben nicht unerheblich, was sich auch auf die Zinskonditionen auswirken kann. Förderungen gibt es über die BAFA, über die KFW, aber auch über Wirtschaftsfördermittel. Wenig bekannt ist bisweilen, dass auch Kommunen in den Genuss von Sonderförderungen kommen und bis zu 80 % des Beraterhonorars bezuschusst werden kann. Nach intensiver Diskussion wurden die Teilnehmer verabschiedet.

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