Eine alte chinesische Weisheit sagt, es gibt drei Dinge, die dem menschlichen Ohr besonders angenehm sind: Brennendes Feuer, fließendes Wasser und das Lachen eines Kindes. Die letzten zwei konnte man kürzlich bei einer Rißlochführung genießen, zu der Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald eingeladen hatte. Da die Natur im Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat „Rißloch“ weitestgehend sich selbst überlassen wird, hat die Schlucht noch heute viel zu bieten: Wasserfälle, Urwaldrelikte, steile Felswände und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. So konnte jeder der 32 Teilnehmer des Rundgangs etwas entdecken, was ihn besonders faszinierte: Beispielsweise die neongelbe Schwefelflechte oder der urwaldartige Charakter des Gebietes, den ein Teilnehmer sogar an den Regenwald erinnerte. Vor allem die jüngsten Teilnehmer der Führung lauschten Dr. Isabelle Auers Ausführungen über die „heimlichen Bewohner“ des Rieslochs und der angrenzenden Wälder rund um den Silberberg, eines der bedeutendsten Fledermauswinterquartiere Mitteleuropas. Nur wenigen Experten ist es im Winter erlaubt, im Rahmen von Artenbestandsaufnahmen im Winter die stillgelegten Stollen des ehemaligen Erzbergwerks zu betreten. Zu groß wäre die Gefahr, dass die Tiere in ihrem Winterschlaf gestört werden. Neben diesen tierischen und pflanzlichen Bewohnern war es aber vor allem der Wasserfall selbst, der viele der Teilnehmer faszinierte: Das Rauschen und die glatt geschliffenen Steine im Bachbett ließen die Kraft des Wassers, das in Jahrtausenden die Schlucht in das harte Grundgestein gemeißelt hat, noch heute deutlich erkennen. Die Gebietsbetreuerin lenkte jedoch auch hier die Blicke vom Großen zum Kleinen: Hochempfindliche Insektenlarven, wie z.B. Köcherfliegen- und Steinfliegenlarven, die im Rißbach gefunden werden können, zeigen, dass auch die Wasserqualität sehr gut ist. „Das Naturschutzgebiet Rißloch ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Arbergebiets, es zeigt aber, was die Besonderheit des Arbermassivs ausmacht: Eine einzigartige Natur, die jedem Menschen einen Rückzugsraum aus dem manchmal recht hektischen Alltag bietet. Zudem gibt es aber auch vielen, teilweise sogar bedrohten Tieren und Pflanzen, noch oder wieder eine Heimat.“

Zurück