Alljährlich Ende August versammeln sich in der Gottesgabe des Bodenmaiser Silberbergs die Fledermäuse der Arberregion zum Balzen. In trockenen Spätsommernächten kann man daher hier mit etwas Glück besonders viele dieser „Kleinen Schatten der Nacht“ beobachten. Europaweit laden Natur- und Artenschützer am letzten Augustwochenende an solchen bei Fledermäusen besonders beliebten „Treffpunkten“ zu Veranstaltungen zum Thema „Fledermaus“ ein. Über 70 Fledermausfans jeden Alters folgten auch heuer wieder der Einladung des Naturpark Bayerischer Wald und der LBV Kreisgruppe Regen, in der Europäischen Fledermausnacht am Silberberg sowohl spielerisch, also auch durch einen spannenden Bildvortrag der Fledermausexpertin Susanne Morgenroth mit anschließender Fledermausbeobachtung in der Gottesgabe mehr über die einzigen Säugetiere, die fliegen können, zu erfahren. Erste Einblicke in die Welt dieser faszinierenden Tiere konnte Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer besonders den jüngsten Teilnehmern bereits auf dem Aufstieg von der Silberbergtalstation zum Barbarastollen geben: Fledermäuse orientieren sich – nicht nur bei der Jagd – mit Hilfe der Echoortung. Sie stoßen extrem hohe Ultraschalltöne, die wir Menschen nicht hören können, aus. Diese werden von Hindernissen und Beutetieren reflektiert. Am Klangbild des Echos können die Tiere dann sogar erkennen, um welche Art des Hindernisses es sich handelt. Im Naturerlebnisspiel „Fledermaus und Motte“, bei dem ein Kind mit verbundenen Augen, das also quasi die „Fledermaus“ nachahmt, ein anderes Kind nur mit Hilfe eines Zurufes fangen muss, konnte diese Jagdsituation auch für die Kleinsten veranschaulicht werden. Fledermäuse sind besonders geschützte Tiere. Jeder, der sich näher mit ihnen beschäftigt, wird sich schnell auch ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt bewusst. Einer, der jährlich weit über 1.000 Fledermäusen ein Winterquartier zur Verfügung stellt und dem jeder die Begeisterung für seine winterlichen „Untermieter“ anmerken kann, ist Martin Schreiner, der den Teilnehmern der Fledermausnacht anschließend eine kurze Einführung in die Geschichte des Silberbergs gab. Wissenschaftlich und doch kurzweilig und auch für die jüngsten Teilnehmer gut verständlich, erzählte darauf Fledermausexpertin Susanne Morgenroth, unterstützt vom LBV-Vorsitzenden der Kreisgruppe Regen, Claus Gregor, vom Leben der Fledermäuse und der Flughunde, von den 19 im Bayerischen Wald heimischen Fledermausarten, aber auch von ihrer Arbeit als Fledermausschützerin. Ausgestattet mit diesem theoretischen Grundwissen, mit Taschenlampen und Fledermausdetektoren konnten sich die Teilnehmer an über 200 Fledermaussichtungen begeistern. Die Wanderstecke war zwar kurz, aber wegen der Steilheit des Geländes war es doch eine etwas abenteuerliche Nachtwanderung an der Gottesgabe, der „Fledermausdisco des Bayerischen Waldes“, wie Morgenroth diesen beliebten „Fledermaustreffpunkt“ nannte. Alle auch die Teilnehmer, die wegen dieser Naturpark-Veranstaltung extra aus Passau angereist waren, waren sich daher einig, dass sich der abendliche Ausflug nach Bodenmais gelohnt hatte.

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