In dem bebilderten Vortrag „Die Dohle“ berichtete Hannelore Summer vom Landesbund für Vogelschutz über den Vogel des Jahres 2012 in der Umweltstation Viechtach. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung vom Naturpark und dem Landesbund für Vogelschutz im Viechtacher Alten Rathaus wurde auch eine kleine Ausstellung über den Vogel des Jahres gezeigt. Die Referentin präsentierte mit einer Vielzahl von Bildern die Lebensweise und die Lebensraumansprüche dieses geselligen Rabenvogels. Die Dohlen leben meist in Gruppen und sind gemeinsam unterwegs auf Nahrungssuche oder zu Schlafplätzen. In den Kolonien gibt es eine deutliche Rangordnung, wer die besten Nist- und Futterplätze erhält. Bereits im ersten Lebensjahr findet sich ein Dohlenpaar und ist sich ein Leben lang treu. Ab dem zweiten Lebensjahr bauen sie gemeinsam ein Nest. In der freien Natur nutzen sie dazu meist Baumhöhlen oder Felsen. In menschlichen Siedlungen nisten sie als Höhlenbrüter in Nischen von Kirchtürmen oder anderen hohen Gebäuden. Während das Weibchen die Eier ausbrütet, wird es von den Männchen gefüttert. Die Jungvögel werden von beiden Eltern versorgt und sind nach ca. zwei Monaten selbständig. Nahrungsreiches Grünland mit reich gegliederten Hecken, Rainen, Weiden und Wiesen sind ein bevorzugter Lebensraum. Als Allesfresser ernähren sie sich von Würmern, Käfern, Spinnen, Schnecken aber auch von pflanzlicher Nahrung wie Fallobst, Samen und Getreide. Die proteinhaltigen Insekten sind gerade für die Aufzucht der Jungtiere besonders wichtig. Dohlen sind in unseren Breiten meist Standvögel. Aus dem hohen Norden finden sich auch einige Wintergäste hier ein, so dass gerade in den Wintermonaten größere Dohlenkolonien zu sehen sind. Dohlen können bis zu 20 Jahre alt werden. Die interessierten Zuhörer diskutierten nach dem Vortrag über Möglichkeiten, Dohlen in Viechtach wieder anzusiedeln. Dabei wurde auch vorgeschlagen, Dohlenbrutkästen an hohen Gebäuden wie beispielsweise der „Sporerquetsch“ beim Großen Pfahl oder an hohen Bäumen anzubringen.

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