• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Der „König“ sagt „Danke!“ 20 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Zwiesel helfen dem „König des Bayerischen Waldes“


Für viele Besucher des Arbergipfels ist es heute fast unvorstellbar, dass das Gipfelplateau vor der Einführung des Wegegebots beinahe kahlgetrampelt war. Wo heute der Ungarische Enzian, die wohl schönste Pflanze des „Königs des Bayerischen Waldes“ wächst, gab es vor wenigen Jahren nur blanken, kahlgetretenen Felsen: Der Pflanzenbewuchs, der den Boden vor Erosionsschäden schützen sollte, war durch die querfeldeinlaufenden Wanderer an vielen Stellen zerstört. In den letzten elf Jahren – nach der Einführung des Wegegebots und mit dem Ausbau der Balkenabsperrungen – konnte sich die im Bayerischen Wald einzigartige Flora – z.B. der Ungarische Enzian oder der Alpen-Flachbärlapp - den Arbergipfel schrittweise zurückerobern. Trotz aller Erfolge können sich auch hier die Naturschützer – auch beim Anblick des in diesem Sommer größer gewordenen Bestands an Ungarischen Enzian – nie beruhigt zurücklehnen. Kürzlich lernten daher 20 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 des Gymnasiums Zwiesel im Rahmen eines Projekttages mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, dem ehrenamtlichen Arber-Ranger Willi Weinberger und unter tatkräftiger Unterstützung von Naturpark-Praktikant Jan Frings den Arber von einer ihnen bisher unbekannten Seite kennen. Nach einem etwa zweieinhalbstündigen Aufstieg vom Brennes zum Arbergipfel, der natürlich von vielen spannenden Naturerlebnisspielen unterbrochen und erleichtert wurde, erklärte die Arbergebietsbetreuerin den mit Gartenscheren ausgerüsteten 11- bis 13-jährigen „Hilfsrangern“, weswegen hin und wieder auf dem Arbergipfel Landschaftspflegeaktionen stattfinden müssen. Auer: „Oberflächlich gesehen, breitet sich der geschützte Ungarische Enzian, der sein Hauptverbreitungsgebiet eigentlich in den Ostalpen und den Karpaten hat, zu Zeit aus. Trotzdem muss er regelmäßig unter naturschutzfachlicher Aufsicht von den Heidelbeeren, die ihn quasi „bedrängen“, befreit werden. Nur im Rahmen dieser vom Naturpark geleiteten und von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Regen genehmigten Aktionen darf man die Wege verlassen.“ Auf diese Weise über die Wichtigkeit ihrer Mithilfe informiert – und natürlich mit der Aussicht, sich die Arbeit zwischendurch mit Heidelbeeren versüßen zu dürfen, machten sich die Zwieseler Arber-Helfer besonders motiviert ans Werk. Als Erinnerung und Dankeschön konnten sich die Schüler nach getaner Arbeit nicht nur einen Strauß aus abgeschnittenen Heidelbeersträuchern binden, sondern erhielten von der Arbergebietsbetreuerin auch die diesjährige Arberverdienst-Medaille verliehen, mit der der Naturpark seit dem Jahr 2009 all diejenigen ehrt, die sich für den Naturschutz am Großen Arber einsetzen. Wer Lust hat, sich auch aktiv und mit viel Spaß in Landschaftspflegeaktionen für den Natur- und Artenschutz am Arber zu beteiligen, dem seien die Arberabenteuertage am Mittagsplatzl (10. August) und am Arbergipfel (17. August) empfohlen. All diese Veranstaltungen finden auch im Rahmen von „Umweltbildung.Bayern“ statt.

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