Im kalten Stollen wird es still: Die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth erzählt den rund 30 Teilnehmern der europäischen Fledermausnacht im Silberberg, einer Kooperationsveranstaltung des Naturparks Bayerischer Wald und der LBV-Kreisgruppe Regen, Spannendes aus der Welt der Fledermäuse. Diese kleinen Tiere bevölkerten schon vor ca. 60 Millionen Jahren, also kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier, die Erde. Neben den Flughunden, die zu der gleichen Ordnung gehören, sind sie heute die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Durch die biegsamen Flughäute zwischen den Fingerknochen, die geschickt gefaltet werden können, um Luftwirbel zu bilden, fliegen sie sogar wendiger als Vögel. Dies macht Fledermäuse zu geschickten Insektenjägern. Neben den in Europa vorkommenden insektenfressenden Fledermäusen gibt es vegetarische, fleisch- und fischfressende und die bei machen Menschen verrufenen bluttrinkenden Vampirfledermäuse. Diese kommen allerdings nur in Lateinamerika vor. Besonders hob Susanne Morgenroth hervor, dass einzelne Fledermausarten 3000 km weit wandern können und bis zu 30 Jahre alt werden. Außerdem ging sie auf die Schutzmaßnahmen des LBV und des Naturparks Bayerischer Wald ein. Neben den interessanten Informationen über Fledermäuse erfuhren die Besucher von Martin Schreiner vom Silberbergbesucherbergwerk, dass der Silberberg 500 Jahre lang dem Erzabbau diente und mit ca. 35 km Stollengängen von oben bis unten durchlöchert ist. Nur 1 km dieser Gänge steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, der Rest gehört den 15 Fledermausarten, die das Gebiet im und um den Berg ganzjährig unterschiedlich nutzen. Der Silberberg dient im Winter als Schlafquartier. Besonders hervorzuheben ist dabei die seltene Mopsfledermaus. In der Vegetationsperiode wird das Flora-Fauna-Habitat als Jagdgebiet und im Herbst als Jugendtreff und Balzquartier genutzt. Nach diesen einführenden Informationen durften sich die Interessierten selbst ein Bild von den Fledermäusen machen und begaben sich unter Anleitung von Diplom-Biologin Susanne Morgenroth zu der Gottesgabe, wo Fledermäuse im Flug beobachtet werden können. Leider konnten durch das schlechte Wetter nur fünf Tiere gesichtet werden, darunter das eindrucksvolle Große Mausohr, die größte Fledermausart in Bayern.

Zurück