• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Den Bodenmaiser Urwaldrelikten und Urgewalten auf der Spur 39 Wanderer entdecken die großen und kleinen Naturgeheimnisse in der Rißlochschlucht


Der Arberwald birgt viele Geheimnisse und Kostbarkeiten. Entdecken kann man sie aber nur, wenn man sich auf die Bergnatur einlässt. Kürzlich lernten 39 Einheimische und Feriengäste auf einem Rundgang mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald einen kleinen Teil dieses „Abenteuers Arbernatur“, das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservats Rißloch kennen. Bereits zu Beginn zeigte die Gebietsbetreuerin, dass neben den floristischen und faunistischen Besonderheiten des Rißlochs, wie beispielsweise Wasseramsel, Wanderfalke oder Uhu, die im Rißloch brüten, auch die unscheinbareren tierischen Bewohner des Rißlochs faszinieren können: Da die von Dr. Isabelle Auer aus dem Rißbach gefischten Eintagsfliegenlarven, die viele der Teilnehmer zum ersten Mal in ihrem Leben sahen, nur in sauberem Wasser überleben können, sind sie ein guter Indikator für die hohe Wasserqualität dieses Bergbachs. Auf Spuren anderer heimlicher Rißlochbewohner trifft der aufmerksame Wanderer gleich zu Beginn des sogenannten „steinigen Weges“: Fledermauskästen geben einen Hinweis darauf, dass die im Jahr 1939 zum Naturschutzgebiet erklärte Schlucht in der wärmeren Jahreszeit Heimat einiger waldbewohnenden Fledermausarten ist. Allerdings dienen diese Kästen eher als Ergänzung der natürlichen Übertagungsquartiere in alten Bäumen oder in stehenden Totholzstämmen. Diese aufrecht sterbenden Stämme, die bei genauem Hinschauen voll von neuem Leben sind, wirken darüber hinaus auf viele Menschen manchmal wie bizarre Kunstwerke des „Bildhauers“ Natur. Bekannt ist das Rißloch aber nicht nur bei naturliebhabenden Wanderern, sondern auch bei vielen Botanikern für die Vielfalt seiner Moose: Sogar ein botanischer Laie kann hier mit bloßem Auge auf engstem Raum über zehn unterschiedliche Moosarten erkennen. Am Ende der zweistündigen Führung waren sich die Teilnehmer einig: „Der „König des Bayerischen Waldes“ ist reich an Naturschätzen und Naturwundern, nicht nur an besonders geschützten Pflanzen und Tieren, sondern auch durch die vielen kleineren und größeren Naturerlebnisse, die das Arbergebiet jedem, der sich mit offenen Augen auf es einlässt, schenkt und dadurch neue Kraft geben kann.

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