Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. veranstaltete eine geführte Botanik- Wanderung an der Ilz. Referenten waren der Biologe Karel Kleyn und Gebietsbetreuer Stefan Poost. Bei herrlichem Wetter fanden sich gut zwanzig Naturinteressierte an der Schneidermühle zur Wanderung ilzaufwärts in die Dießensteiner Leite ein. Die gerade weiß aufblühende, späte Traubenkirsche, verbreitet momentan einen süßlichen Duft. Die häufigen Frühblüher wie Lichtnelken, Schöllkraut oder Erdbeere konnten blühend bewundert werden. Neben dem gefleckten Lungenkraut konnte aber auch das wollige Lungenkraut mit den langen und weichbehaarten Blättern als eine Besonderheit an der Ilz gezeigt werden, ebenso die vielblütige Weißwurz und auch die Einbeere. Die gerade austreibenden, hellgrünen Farnwedel des seltenen Straußfarnes heben sich vor dem dunklen Hintergrund der fließenden Ilz im Gegenlicht ab. In den Startlöchern stehen Eisenhut, Waldgeißbart und Mädesüß, die erst im Frühsommer das Ufer der Ilz mit ihren Blüten säumen. Unübersehbar waren auch die unzähligen Keimlinge des drüsigen Springkrautes und auch der beginnende Austrieb des schlitzblättrigen Sonnenhutes. Diese Neophyten bestimmen von Juli bis weit in den September wieder das Bild an der Ilz. Das große Samenpotential, die Verbreitung durch das Wasser und die lange Keimfähigkeit der Samen des Sprinkrautes sind die Ursache dieser Vermehrung. Aktive Maßnahmen zur Beseitigung der Neophyten werden deshalb nicht in Erwägung gezogen. Verschiedene Schmetterlinge nutzten das warme Wetter zum Fliegen. Der kleine Aurorafalter mit den orangen Flügelspitzen und der Zitronenfalter waren neben Tagpfauenauge und kleinem Fuchs schon unterwegs. Die abgenagten Zweige im Wasser zeigen die Anwesenheit des Bibers. An der Dießensteinmühle wurde über die ehemaligen Pläne zur Errichtung eines Stauwehres diskutiert, welches im Rückstaubereich die Dießensteiner Leite komplett unter Wasser gesetzt hätte, eine Vorstellung, die bei den Teilnehmern nicht auf Gegenliebe stieß. Auf der weiteren Wanderung wurde auch der Neubau des Weges in diesem Bereich angesprochen. „In ein paar Jahren wird sich alles wieder verwachsen haben, die geringe Wegereite und der moderate Ausbau haben dem Naturschutzgebiet keinen größeren Schaden zugefügt“, so die Meinung der Beteiligten, wenngleich der eine oder andere aber doch lieber auf einem Waldweg an der Ilz entlang gehen möchte.

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