Das schöne Wetter war sicher mit ein Grund für die Wanderer, die der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. zusammen mit Karel Kleyn, zu einer botanischen Frühjahrsexkursion ins Ilztal gefolgt waren. Unter der Führung des Gebietsbetreuers Stefan Poost, wanderten die knapp 50 Teilnehmer vom Schlossparkplatz Fürsteneck über den Burgberg zur Wolfsteiner Ohe und weiter zur Ilz. Neben vielen Frühblühern waren auch schon die ersten Aurorafalter und Ringelnattern aktiv, denen die Temperatur von gut 20 Grad den ersten richtigen Aktivitätsschub verpasste. Bitteres Schaumkraut, auch als falsche Brunnenkresse bekannt, Leberblümchen und Schlüsselblumen konnten bewundert werden. Die richtigen Highlights des Ilztales, das Weiche Lungenkraut oder der Straussfarn sind gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Wer die Frühlingsplatterbse noch sehen will, muss sich beeilen. Nur wenige Tage im Frühjahr erfreut diese Pflanze mit ihren filigranen Blüten den Wanderer, der auch ein Auge dafür haben muss, wenn er nicht einfach daran vorbeilaufen will. Natürlich waren auch die standortsfremden Fichtenforste im Überschwemmungsbereich der Ilz wieder ein Thema, unter deren Kronen nur ein relativ artenarmer Moos- und Sauerkleebestand sein da sein fristet. Wer zur Zeit an der Ilz wandert und die vielen Ausblicke auf das fließende Wasser genießt, kann sich kaum vorstellen, dass im Hochsommer ein dichter, oft übermannshoher Neophytenbestand aus Schlitzblättrigem Sonnenhut und Indischem Springkraut die Begleitflora der Ilz bilden und einen direkten Blick auf die „Schwarze Perle des Bayerwaldes“ oft nicht mehr zulassen. Tausende und abertausende Keimblätter des Indischen Springkrautes bereiten sich gerade vor, innerhalb kürzester Zeit zu ihrer wahren Größe zu entfalten. Die schöne und kurze Zeit der Frühblüher an der Ilz geht mit dem Laubaustrieb der Bäume zu Ende. Nach gut zwei Stunden erreichten die Teilnehmer wieder das Schloss Fürsteneck und ließen sich in der neuen Naturpark Infostelle noch zusätzliche Informationen über den Naturpark, das Ilztal und das Ilzeinzugsgebiet geben.

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