Zur Gemeinschaftsveranstaltung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. mit der BN Ortsgruppe Metten-Offenberg und dem Verein „Grünes Herz Europas“ sowie dem LBV Deggendorf konnte Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann knapp vierzig Leute in Leithen begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Naturkenner Gerhard Nagl, der die etwa dreistündige Exkursion durch die Frühlingswiesen des Vorderen Bayerischen Waldes leitete. Nagl ist im Graflinger Tal aufgewachsen und kennt den Bereich wie seine Westentasche. Knapp siebzig Pflanzenarten, die Baumarten noch nicht mitgerechnet, konnte die Exkursionsgruppe im Laufe des Rundganges erspähen. Nagl verstand es mit seinen Erläuterungen über das reine aufzählen der Arten hinaus, die Teilnehmer zu begeistern, es gab z.B. interessante Informationen zur Verwendung der einzelnen Pflanzen in der Medizin oder auch Erklärungen zur Entstehung der Pflanzennamen. Die Landbewirtschaftung übt entscheidenden Einfluss auf die Pflanzenzusammensetzung aus. Je intensiver Wiesen bewirtschaftet werden, z.B. durch frühes und mehrmaliges Mähen mit Güllewirtschaft, umso eher verschwinden Blumen und Pflanzenarten, die auf Nährstoffarmut angewiesen sind. Die Pflanzenwelt verarmt in einer Intensivwiese und damit auch die daran angepassten Insekten und Schmetterlinge. Ein großes Problem stellt die Entwässerung von Feuchtflächen und Moorbereichen dar. Mit dem Wasserentzug verschwinden viele feuchtigkeitsliebende Arten. Dass verschwinden von Moorbereichen wirkt sich aber auch schädlich auf das Klima aus, durch vermehrte Freisetzung von weiterem Kohlendioxid. Vor wenigen Jahrzehnten war es noch kein Problem, dass Kinder zum Muttertag einen bunten Blumenstrauß von der Wiese holten. Heute sind vieler Orts Margeriten und Glockenblumen schon zur Rarität geworden. Seltenere Arten fallen oft nur noch durch die Einträge in die roten Listen der Gefährdungen auf. Eine kuriose Beobachtung gab es an einer Niedrigen Schwarzwurzel. Die Pflanze ist schon sehr selten. Dieses Exemplar war mit einem Brandpilz befallen, der wiederum ausschließlich auf diese Pflanze spezialisiert ist. Der Schwarzwurzel-Brandpilz ist noch viel seltener und auf der Roten Liste für Deutschland mit „stark gefährdet“ eingetragen. Zum Schluss des Rundganges streifte man einen nahen Waldrand und kehrte über eine Wiesenfläche wieder zum Ausgangspunkt zurück. Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann bedankte sich beim Referenten Gerhard Nagl, der seit Jahrzehnten mit seinem fundierten Wissen Naturparkveranstaltungen leitet und entsprechend interessant gestaltet

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