Die Energieeinsparung an Wohngebäuden und die staatlichen Fördermöglichkeiten waren die zentralen Themen eines Vortagsabends in der Umweltstation Viechtach. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der Agenda Arbeitsgruppe „Energie und Verkehr“ organisiert. Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt begrüßte die nahezu vierzig Teilnehmer im Alten Rathaus. Der Leiter der Umweltstation Viechtach betonte: „Der effiziente Energieeinsatz bei privaten und öffentlichen Wohngebäuden ist ein wichtiger Kostenfaktor und trägt zur Ressourcenschonung bei!“ Dr. Paul Kestel, Leiter der Arbeitsgruppe „Energie und Verkehr“, wies anfangs darauf hin, dass dieser Vortragsabend die bereits 78te Veranstaltung der Arbeitsgruppe ist. Damit steht das Thema Energie seit vielen Jahren im Blickfeld und ist nach wie vor hoch aktuell. Er bedankte sich bei den beiden Referenten des Abends. Willi Baumgartner, Geschäftsführer des Arbeitsgruppe, betonte, dass Energieeinsparung gerade bei Gebäuden das erste und wichtigste Ziel ist. Im ersten Vortag berichtete Architekt Frank Henzler über den energiebewussten Neubau und die energetische Gebäudesanierung. „Manche Altbauten sind massive Energieschleudern und haben einen etwa zehnfach höheren Energieverbrauch wie beispielsweise Passivhäuser.“, schilderte der Fachmann die Problematik bei den Altbauten: „Die Preise von Heizöl sind in den letzten Jahren um durchschnittlich acht Prozent gestiegen.“ Damit tragen Energiesparmaßnahmen zur Werterhaltung der Gebäude bei und senken die laufenden Kosten im Gebäudeunterhalt. Der Architekt berichtete über zahlreiche Energiesparmaßnahmen: Neben der Dämmung von Dach, Wand und der oft vergessenen Kellerdecke sind energieeffiziente Fenster wichtig. Wand- und Fußbodenheizungen mit niedriger Wassertemperatur schaffen ein „Wohlfühlklima“ mit Behaglichkeit und Komfort im Haus. Diese niedrig temperierten Heizsysteme können leichter mit einem Solarkollektor auf dem Dach gekoppelt werden. Für Schlechtwetterperioden wird die Sonnenenergie in einem Warmwasserpuffer im Heizraum gespeichert. Die Sonnenkraft kann nicht nur für die Erzeugung von Warm- und Heizwasser mit einem Solarmodul auf dem Dach genutzt werden. Für die aktive Sonnennutzung spielt die Kompaktheit und die südseitige Ausrichtung des Gebäudes in einer beschattungsfreien Lage eine wichtige Rolle. Der Referent schilderte viele anschauliche Beispiele von energieeffizienten Altbausanierungen im privaten und öffentlichen Bereich: In der Glasfachschule Zwiesel wurde dabei die Nutzfläche um dreißig Prozent erhöht und der Energieverbrauch um dreißig Prozent gesenkt. Insgesamt ist für Gebäude ein energetisches Gesamtkonzept und eine fachmännische Begutachtung von Detailfragen wie Kältebrücken oder geeignete Dämmmaterialien wichtig. In einem zweiten Vortrag berichtete Josef Rager von der Sparkasse Regen über staatliche Fördermöglichkeiten für Energiesparmaßnamen bei Neubauten und Gebäudesanierungen. Er referierte über Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen für energiebewussten Bauen, die man vom Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten kann. Die BAFA erteilt Zuschüsse für den Einsatz erneuerbarer Energien wie Solarkollektoren, Biomasseheizungen oder Wärmepumpen. Aktuell gewährt die BAFA in Altbauteen eine Förderung für Solarkollektoren, die zur Raumheizung und Warmwasserbereitung genutzt werden. Ebenso werden Heizkessel zur Verfeuerung von Holzpellets und Hackschnitzel, Holzpelletsöfen mit Wassertaschen oder effiziente Wärmepumpen gefördert. Die KfW erteilt mit dem Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Grundsätzlich muss ein Förderantrag vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden. „Je geringer der Energieverbrauch eines neu gebauten Hauses ist, desto höher ist der Tilgungszuschuss!“, berichtete Referent Josef Rager über einen wichtigen Grundsatz in diesem Förderprogramm. Beispielsweise gibt es beim sehr energiesparsamen Passivhaus einen zehnprozentigen Tilgungszuschuss. Die Energieeffizienz der Baumaßnahmen muss von einem geeigneten Fachmann bestätigt werden. Der Referent schilderte detailliert viele weitere Fördermöglichkeiten und wies auf das Angebot der Sparkasse hin, mit einer Wärmebildkamera ein Wohngebäude abzulichten.

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