• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Auerhuhnprojekt des Naturparks in den 4 Mitgliedslandkreisen vorgestellt Auftaktveranstaltungen mit Ausstellungspräsentationen erfolgreich


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hat sein Auerhuhnprojekt in den 4 Mitgliedslandkreisen Regen, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Straubing-Bogen vorgestellt. Mit Unterstützung und finanziert, durch die Regierung von Niederbayern wird sich der Naturpark in diesem Jahr verstärkt seinem Wappentier, dem Auerhahn, widmen. Im Rahmen des Projektes wurde eine fünfteilige Ausstellung und ein Flyer konzipiert und zusammen mit Tierpräparaten der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, Sympathie und Bewusstsein für diese stark bedrohte Vogelart zu wecken. Das Auerhuhn ist der größte flugfähige Waldvogel weltweit. Er zählt EU-weit zu den „Prioritären Arten“ und ist auf den „Roten Listen“ vertreten und stark bedroht. Im Gasthaus Prodinger in Freyung, im Naturpark-Informationshaus in Zwiesel, in der Naturpark-Infostelle Bahnhof Bogen und im Gasthaus Geiß in Greising warb man daher auch um die Unterstützung ehrenamtlicher Betreuer. Etwa 20 Leute haben sich bisher gemeldet, die den Naturpark mit Meldungen unterstützen. Oberstes Ziel ist natürlich die Tiere nicht zusätzlich zu beunruhigen. Es sollen nur zufällige Beobachtungen oder Funde von Hinterlassenschaften gemeldet werden. Der Naturpark selbst hat mittlerweile auch Kontakte mit den tschechischen Nachbarn, dem Nationalpark Bayerischer Wald, den österreichischen Kollegen im Mühlviertel und den Nachbarnaturpark Oberer Bayerischer Wald aufgenommen. Erste Rückmeldungen sind auch bereits eingegangen. Diese werden selbstverständlich vertraulich behandelt, damit es keine weiteren Beunruhigungen gibt. Ein Hauptziel besteht jedoch darin Nutzungen in sensiblen Bereichen entsprechend zu Lenken, um den Störungsempfindlichen Tieren das Überleben zu ermöglichen.

Neben dem Alpenraum ist das Bayerisch-Böhmische Vorkommen deutschlandweit das wichtigste, erst danach kommt der Schwarzwald. Die Primären Vorkommen existieren seit der Wiederbewaldung nach der Eiszeit. Dr. Wolfgang Scherzinger stand jeweils umfassend nach seinem ausführlichen Referat für weiter Fragen zur Verfügung. Unterstützt wurde Naturpark-Bildungsreferent Hartwig Löfflmann von seinem Kollegen Arnold Multerer und von Ole Kording, der sein Praxissemester am Naturpark in Sachen Auerhuhnschutz absolvierte.

Um das Überleben der Auerhühner im Bayerischen Wald zu ermöglichen, ist eine Zusammenarbeit möglichst vieler Beteiligter notwendig. Waldbesitzer, Jäger, Naturschützer und Freizeitnutzer müssen hier an einem Strang ziehen. Dr. Wolfgang Scherzinger betonte mehrmals die Wichtigkeit, dass alle Schutzgebietskategorien ob Nationalparke beiderseits der Grenze oder Naturparke zusammen arbeiten müssen. Einer allein kann die Verantwortung nicht übernehmen, weil eine Vernetzung über Trittsteine in geeigneten Lebensräumen notwendig ist um eine Mindestpopulation von etwas 500 Tieren erhalten zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass Auerhuhnpopulationen von Natur aus sehr stark, etwa im Faktor 1:10 zwischen guten und weniger guten Fortpflanzungsjahren schwanken können. Wenn aber Populationen zu klein werden, tritt eine genetische Verarmung ein, das Aussterben ist vorprogrammiert.

Derzeit baut der Naturpark einen Internetauftritt auf, der in den nächsten Wochen online geschaltet wird. Die mobile Ausstellung kann man im Naturpark-Informationshaus in Zwiesel während der üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 9:30-16:30 besichtigen.

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