Rund dreißig Naturinteressierte hatten sich zum bebilderten Vortrag „Der Turmfalke – Vogel des Jahres 2007“ in der Viechtacher Pfahl-Infostelle eingefunden. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Landesbund für Vogelschutz und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. angeboten. Referent Dr. Christian Stierstorfer berichtete über Lebensraum und Lebensweise des „Vogel des Jahres 2007“. Besonders beeindruckt waren die Zuhörer auch von den vielen Bildern dieses faszinierenden Flugakrobaten. Der Turmfalke nutzt natürliche Felsen als Brutplatz und zur Jungenaufzucht. In menschlichen Siedlungen nistet er auch gerne an Kirch- oder Burgtürmen. Wie alle anderen Falken baut der Turmfalke nicht selbstständig Nester, sondern nutzt meist verlassene Nester z.B. von Krähen. Im zeitigen Frühjahr legt das Weibchen drei bis sechs Eier. Nach vierwöchiger Brutzeit schlüpfen daraus die hungrigen Jungen, die von den Eltern mit Mäusen, Eidechsen, Jungvögeln oder Insekten versorgt werden. Bei der Ansitzjagd sitzt der Turmfalke auf einer erhöhten Warte wie beispielsweise einem Pfosten oder Baum und lauert hier nach Beute. Bei der Rütteljagd bleibt der Flugkünstler mit schnellen Flügelschlägen scheinbar in der Luft stehen. Im geeigneten Moment stößt er in die Tiefe, fängt die Beute mit den Greiffüßen und tötet sie mit einem gezielten Biss. Der im Volksmund als „Rüttelfalke“ bezeichnete Greifvogel bevorzugt als Lebensraum eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Wiesen, Feldgehölzen und Hecken. Als „Kulturfolger“ findet er hier genügend Ansitzwarten für die Jagd und v.a. ausreichend Beutetiere. Das Nahrungsangebot ist für den Bestand besonders wichtig. In strengen Wintern verhungern viele Jungtiere, da zu dieser Notzeit weniger Nahrung vorhanden ist. Durchschnittlich überleben nicht mehr als die Hälfte der Jungvögel das erste Lebensjahr. In freier Natur wurden auch schon sechszehn Jahre alte Turmfalken festgestellt. Eine rege Diskussion schloss sich an den Vortrag an. Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, wies auf die am Quarzriff „Großer Pfahl“ brütenden Turmfalken hin und warb um Verständnis für das hier geltende Kletterverbot.

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