Arnold Multerer gab im Naturparkhaus im Rahmen eines Vortrages einen Einblick in das noch vom Tourismus noch sehr unberührte Land der Mongolen. Der Bildvortrag zeigte Ausschnitte aus einer vierwöchigen Expedition durch die Mongolei. Ziel des Expeditionsteams war es, die unterschiedlichen Vegetationszonen mit ihren charakteristischen Pflanzen zu kartieren.

Die 35 Besucher erfuhren hierzu Wissenswertes über die Pflanzengesellschaften dieses Landes. Die Niederschlagsmengen in diesem kontinental beeinflussten Land sind sehr gering, etwa zwischen 100 und 400 mm jährlich. Deshalb entwickeln sich hier hauptsächlich Steppen und Halbwüsten. Je nach Niederschlagsmenge prägen sich unterschiedliche Zonierungen aus, so der Referent: „Die Grassteppenbereiche mit Niederschlagsmengen zw. 250 – 400 mm jährlich sind von Natur aus baumfrei. Halbwüstenbereiche sind noch trockener und weisen Niederschlagsmengen von 150 – 250 mm auf. Sie unterscheiden sich gegenüber den Steppen auch in ihrem spärlicheren Pflanzen - Deckungsgrad, der meist zwischen 10 und 50 % liegt.“

Arnold Multerer gab auch Einblicke in das Leben der Mongolen, die z.T. heute noch ihr Auskommen als Nomaden fristen. Mit großen Tierherden ziehen sie durch das karge Land. Je nach Höhenlage werden unterschiedliche Tiere eingesetzt. Dazu zählen Schafe, Ziegen, Kamele und speziell für die Hochlagen angepasste Rinder die sog. „Yaks“. Die Yaks können durch ihr dickes Fell dem widrigen Wetter leichter standhalten und können so auch in Höhen von bis zu 3.000 Meter vordringen. Das ist für die Ernährungsgrundlage der Mongolen von entscheidender Bedeutung, da die Mongolei ein spärlich bewachsenes Hochland ist. Gebirgszüge von über 4.000 Metern schirmen das Land im Westen und Norden ab. Das Mongolische Altai-Gebirge ist das größte Gebirgssystem der Mongolei. Mit einer mittleren Höhe von 1.580 m üNN. überragt die Durchschnittshöhe dieses Landes sogar die höchste Erhebung im Bayerischen Wald.

Die Äußere Mongolei liegt in Ostasien, nördlich von China. Deren Hauptstadt Ulaan Baatar wird als kälteste Hauptstadt der Welt in der Literatur geführt. In den drei bis vier kältesten Monaten werden dauerhaft Temperaturen von minus 40 Grad gemessen.

Auch Kultur, Geschichte und die besonderen Reize des Landes werden den Interessenten vermittelt. So erklärte der Referent den Aufbau einer Jurte, das ist die typische Wohnbehausung. Der Aufbau erfolgt nach einem festen Bauplan und ist nach 1 Stunde vollendet. Das Gewicht beträgt zw. 200 und 300 kg und kann von einem einzigen Kamel getragen werden. Doch nicht nur in der Mongolei findet man diese Jurten, sondern auch im Bayerischen Wald. Zu sehen sind seit letztem Jahr auch Jurten im Wildniscamp des benachbarten Nationalparks, wo sie zu Umweltbildungszwecken eingesetzt werden.

Ein abschließender Filmbeitrag, der während der Expedition gedreht wurde, gab noch tiefere Eindrücke in dieses karge und noch weitgehend unentdeckte Land. Zu sehen war unter anderem das Expeditionsteam, das sich seinen Weg durch die Landschaft erkämpft und den Naturgewalten trotzte.

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