Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. blickt auf die ersten 5 Jahre im Nullenergiehaus zurück. Am 28. Februar 2002 eröffnete Umweltminister Dr. Werner Schnappauf das Infozentrum und bezeichnete das Holzhaus als „Spitze in Europa“. Im selben Jahr erhielt der Naturpark den Bayerischen Energiepreis vom Wirtschaftsministerium verliehen. Die Idee, ein Sonnenhaus zu bauen, ist dagegen fast 10 Jahre alt. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte es sich zum Ziel gesetzt, ein Gebäude aus dem nachwachsendem Rohstoff Holz zu errichten, das ausschließlich solar beheizt werden kann. Bereits bei der Bauausführung wurde auf größte Sparsamkeit und Energieeffizienz wert gelegt. Die Bauteile wurden weitgehend ökobilanziert und möglichst viele heimische Baumaterialien verwendet. Eine 110 qm² große, thermische Solaranlage auf der Südfassade speist einen 21.000 Liter Wasser fassenden Pufferspeicher im Treppenhaus des Gebäudes. Dieser kann 2-3 Wochen überbrücken. In punkto Strom- und Wassersparen wurde Vorbildliches geleistet. Bis hin zu halogenfreien Elektrokabeln, die kaum Ausdünstungen und ein wesentlich günstigeres Brandverhalten aufweisen, wurden viele Kleindetails ökologisch konsequent realisiert.

Die Auswertung der Energiedaten nach 5 Jahren sprechen für sich. Im fünfjährigen Mittel wurde für das 762 m² Nutzfläche umfassende Gebäude im Durchschnitt 8.346 kWh Energie zur Bereitung von Warmwasser und Raumheizung benötigt. Rechnet man dies auf Heizölverbrauch um, ergibt dies bei der vorhandenen Gebäudegröße das 1,1 - Liter Haus. Herkömmliche Gebäude verbrauchen dagegen bis zu 20 Liter pro m² Nutzfläche und mehr im Jahr. In einem Liter Heizöl stecken ja bekanntlich etwa 10 kWh Heizenergie. Bei der Verbrennung eines Liters Heizöls werden etwa 2.6 kg Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen. Selbst das schon gut gedämmte und sparsame Naturparkhaus konnte durch die Beheizung mittels der Solaranlage 13.000 kg Kohlendioxid einsparen. Die gesamte Zahl erscheint nicht viel, wenn man jedoch bedenkt das etwa 90 % der sonst üblichen Heizenergie durch konsequente Wärmedämmmaßnahmen eingespart wurden, ist dies ein beachtliches Ergebnis. Die Baukosten lagen damals mit 1.515 € pro m² Nutzfläche im Rahmen.

Das Objekt wurde während der Bauzeit häufig misstrauisch beobachtet und teilweise sogar verspottet. Als „teurer Schuppen“ beschimpft und als „Spinnerei“ abgetan. Nach 5 Jahren Betriebserfahrung kann man allmählich steigendes Interesse am solaren Bauen verzeichnen. Ergänzt wurde die Ausstellung im Naturparkhaus im Jahr 2005 durch eine Ausstellung mit dem Titel „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“. Dort werden wichtige Tipps zur Sanierung von Altbauten gegeben. Die Altbaurenovierung ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Die meiste Energie wird dort vergeudet. Wertvolle Devisen laufen in die Ölregionen dieser Erde oder tragen zu Rekordgewinnen bei Erdgas - Exporteuren bei. Das sind Devisen die hier im Lande sehr stark fehlen und einen unendlichen Schub in der Baubranche und beim Handwerk auslösen könnten. Das Naturparkhaus findet diesbezüglich noch viel zu wenig Beachtung und bisher nur wenige Nachahmer, die meisten öffentlichen Bauten sind keine Vorbilder. Niedrigenergiehäuser zeigen aber, dass man die meiste Energie einsparen kann, mit großen Solaranlagen einen beachtlichen Teil Energie gewinnen kann und einen eventuell verbleibenden Rest dann ohne Raubbau an den Wäldern mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz decken kann. Die derzeitigen Klimaschutzdiskussionen bräuchten dann nicht geführt zu werden. Im Naturparkhaus hat man für Schulklassen und Projekttage ein Programm ausgearbeitet und bietet Informationen über nachwachsenden Rohstoffe. Geöffnet ist das Nullheizenergiehaus von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 09:30 bis 16:30 Uhr und nach Anmeldung für Gruppen auch darüber hinaus. Das Jubiläum wird man zusammen mit dem 40 Jährigen Jubiläum des Naturparkvereins am 18. Mai mit Umweltminister Dr. Werner Schnappauf und am 19. und am 20. Mai bei Tagen der offenen Tür noch einmal gebührend feiern. Nähere Informationen zum Naturparkhaus gibt es auch unter www.naturpark-bayer-wald.de.

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