• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Sonderausstellung: „Der Violette Feuerfalter“ in der Pfahl-Infostelle Viechtach Vortrag mit einem Hauch von Frühling beim Naturpark


Rund fünfunddreißig Naturliebhaber hatten sich zur Eröffnung der Sonderausstellung „Der Violette Feuerfalter – ein seltener und bedrohter Schmetterling“ in der Viechtacher Pfahl-Infostelle im Alten Rathhaus eingefunden. Heinrich Schmidt, erster Naturparkvorsitzender, konnte dazu auch einige Lehrkräfte und Schulleiter, Natur- und Landschaftsführer, Artenschutzfachleute sowie Vertreter von Naturschutz- und Gartenbauverbänden begrüßen.

Falter erfreuen den Menschen nicht nur wegen ihrer anmutigen und farbenprächtigen Schönheit, sondern faszinieren auch aufgrund ihrer vielgestaltigen Lebensweise als Ei, Raupe, Puppe und erwachsenes Insekt. Diplom-Biologe Adi Geyer führte mit einer reich bebilderten Präsentation in die Ausstellung ein: Die dargebotene Fülle an farbenfrohen Bildern von saftigen Wiesen, bunten Blumen und prächtigen Schmetterlingen ließen regelrecht einen Hauch von Frühling trotz der derzeitigen winterlicher Witterung aufkommen. Der Referent berichtete bei seinem Vortrag über Lebensweise, Lebensraum und Gefährdung des Feuerfalters. Mit den wärmenden Sonnenstrahlen kommen die Raupen im Frühjahr aus ihren Winterverstecken und fressen die frisch sprießenden Nahrungspflanzen. Feuerfalterraupen können sich nur von den Blättern des Sauerampfers ernähren. Nach dem starken Wachstum verpuppen sie sich im zeitigen Frühjahr, um nach einigen Wochen als frisch geschlüpfte Falter das Licht der Welt zu erblicken. Der seltene Feuerfalter sucht in den Sommermonaten Juni bis Anfang August auf blütenreichen Wiesen nach Nektar. Das Weibchen legt ihre Eier bevorzugt auf die Blätter des „Kleinen Sauerampfers“. Nach ein bis zwei Wochen schlüpft daraus eine neue Generation von Schmetterlingsraupen.
Der Feuerfalter kommt in Bayern ausschließlich im Fichtelgebirge, Oberpfälzer und Bayerischen Wald vor. Auf den saueren Böden des ostbayerischen Urgesteins finden die Raupen ihre Nahrungspflanzen. Idealerweise sollte der „Kleine Sauerampfer“ in lockerer und lichter Vegetation stehen wie sie beispielsweise auf felsigen Straßenböschungen, steilen Rainen oder offenen Weideflächen mit Trittstellen des Weideviehs zu finden ist. Sauerampferpflanzen im verfilzten, dichten und feuchten Grünland können von den sehr wählerischen Schmetterlingsweibchen kaum zur Eiablage angeflogen werden. Dort ist kein passendes trocken-warmes Kleinklima für die Entwicklung der Raupen vorhanden. „Der Mangel an geeigneten Lebensräumen ist die Hauptursache für den Rückgang des stark gefährdeten Feuerfalters.“ Berichtete Biologe Adi Geyer von den Ergebnissen seiner langjährigen Untersuchungen, die er im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz durchgeführt hat .

Die Sonderausstellung ist bis 3. Juli 2006 in der Pfahl-Infostelle im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz kostenlos zu besichtigen. Ein Schmetterlingsbild im Großformat, ein „Fühlkasten“ mit Rätsel zum Erkennen von Schmetterlingseiern, Schmetterlingsexemplare sowie eine umfangreiche Begleitbroschüre laden zu einem interessanten Ausstellungsbesuch für Groß und Klein ein. Für Gruppen und Schulklassen werden Führungen angeboten. Rückfragen können an Matthias Rohrbacher, Pfahl-Gebietsbetreuer des Naturparks, unter der Telefonnummer 09942 – 90 48 64 gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.pfahl.info oder www.naturpark-bayer-wald.de

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