• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Weitere Vortragsreihe: „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“ AGENDA-Arbeitskreis Energie und Verkehr und Naturpark waren Veranstalter


Zu einem gemeinsamen Vortrag im Naturpark-Informationshaus hatten der AGENDA-Arbeitskreis Energie und Verkehr und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. eingeladen. In ihren Grußworten betonten Dr. Paul Kestel als Arbeitskreisleiter und Hartwig Löfflmann als Bildungsreferent die Wichtigkeit der Energieeinsparung vor allem in der Altbausubstanz. Mit dem Referenten Georg Dasch aus Straubing, gleichzeitig Vorsitzender des Sonnenhaus-Insituts, konnte ein engagierter Verfechter von Solarhäusern gewonnen werden.

Dasch ging zunächst auf die Situation bei den fossilen Brennstoffen Gas und Öl ein. Alle Länder der Erde hatten zusammen im Jahr 2000 etwa die Hälfte des weltweit vorhandenen Erdöls ausgebeutet. Die Preise werden ständig weiter steigen. Erdöl, so Dach, wird es noch in Hunderten von Jahren geben, die Menge wird sehr gering werden und damit der Preis hoch. Dass die Kernenergie keine Alternative zur Gebäudeheizung ist, belegt Dasch mit entsprechenden Zahlen. Derzeit macht der Kernenergie-Anteil weltweit gerade einmal drei Prozent aus. Das Uran geht aber noch vor dem Erdöl zu Ende, sagen selbst die Atomexperten. Beim Erdgas ist der Treibhauseffekt sogar um den Faktor 38 höher als bei CO2, also auch keine vernünftige Alternative, obwohl derzeit sehr für diese „angeblich umweltfreundliche“ Energieform geworben wird.

Die beste Möglichkeit das Klima zu schützen und künftig sein privates, hart erarbeitetes Geld zu sparen, ist deswegen die Gebäudesanierung. Dies eröffnet gleichzeitig enorme Arbeitsplatzausweitungen in der Bauindustrie. Die Förderprogramme des Bundes und des Banken gehen hier in die richtige Richtung.

Wichtig ist es vor allem zunächst die Feuchtigkeit im Mauerwerk von unten in den Griff zu bekommen, falls feuchtes Mauerwerk vorhanden ist. Dann müssen Fassadendämmung und Dachdämmung in einem vernünftigen Maße angebracht werden, zusammen mit neuen, dichten Fenstern. Thermographieaufnahmen, die die Wärmeverluste mit Kameras aufspüren oder „Blower Door“-Tests, die die Winddichtigkeit von Gebäuden zeigen, können als Hilfsmittel dienen. Schwachstellen sind immer alte Rollokästen und auskragende Betonplatten zum Beispiel bei Balkonen oder Garagen. Diese leiten die Kälte in die Gebäude. Die Solarnutzung nach Möglichkeit mit großen Kollektorflächen und großen Pufferspeichern gehört untrennbar zu einer zeitgemäßen Sanierung. Der restlich verbleibende Energiebedarf lässt sich dann mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz in Form von Hackschnitzeln, Pellets oder Stückholz decken. Für private Häuser muss nicht unbedingt eine Lüftungsanlage vorhanden sein. Sie mag aber da und dort in Einzelfällen ihre Berechtigung haben.

Das „zu-Tode-dämmen“ von Häusern mit dem befürchteten Schimmel ist nicht in erster Linie ein bauliches Problem, sondern meist durch Nutzerverhalten bestimmt. In gut gedämmten Gebäuden gibt es normalerweise keinen Schimmel, wenn richtig gelüftet wird. Auch hierzu gab es einige Tipps. Wer die warme Luft von der Küche oder die feuchtigkeitsbeladene Luft vom Bad ins Schlafzimmer ziehen lässt, weil die Türen offen stehen oder in auch in andere, wenig geheizte Zimmer, provoziert sein Schimmelproblem.

Dasch ging anhand einer Reihe von sanierten Beispielobjekten auf die Möglichkeiten bei der Altbausanierung ein.

Bildungsreferent Hartwig Löfflmann verwies noch mal auf die neue Ausstellung zum Thema „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“, die künftig im Naturpark-Informationshaus während der üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:30 bis 16:30 zu sehen ist.

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