Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Kreisgruppe Regen des Landesbund für Vogelschutz präsentieren gemeinsam im Naturpark-Informationshaus eine Sonderausstellung zum Uhu, dem Vogel des Jahres 2005. Zur Eröffnungsveranstaltung hielt Uli Lanz von der LBV-Geschäftsstelle in Hilpoltstein einen bebilderten Vortrag. Die Sonderausstellung im Erdgeschoss des Naturpark-Informationshauses ist nun vier Wochen lang bis einschließlich Sonntag, 10. April 2005 während der üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen zu besichtigen. Es gibt speziell zum Uhu auch eine Broschüre für 2 Euro zu erwerben. Der Uhu gilt als größte Eulenart der Welt. Mit ihm will man die Öffentlichkeit begeistern, v.a. auch für Lebensräume. Eine Flügelspannweite von 1,80 m, eine Größe von bis zu 70 cm und ein Gewicht von bis zu 2 kg bei Männchen und 3 kg bei Weibchen kennzeichnet den Steckbrief des Standvogels. Der tagsüber schwer zu entdeckende, nächtliche Jäger hat keine natürlichen Feinde. Sein Nahrungsspektrum geht vom Igel über Fledermäuse bis hin zu Kaninchen, Hasen, Vögeln aber auch Fischen. Stark bedroht ist der Felsbrüter deswegen, weil sich etwa 50 % seiner Brutplätze in Steinbrüchen befinden. Alte Steinbruchkonzessionen beinhalten aber sehr häufig eine Wiederverfüllung, was zwangsläufig den Lebensraumverlust bedeutet. Nur in Ausnahmefällen, wenn keine Felspartien vorhanden sind, brütet der Uhu auch auf Bäumen. Sein Jagdgebiet umfasst ungefähr 40 km 2 . Problematisch wirkt sich in den letzten Jahren wahrscheinlich der Rückgang bei Beutetieren aus. Nach einer Zeit der Bestandsicherung in den 80er und 90er Jahren, deutet sich derzeit wieder ein Rückgang an, der nicht nur auf Nachstellungen und ein Ansteigen der Klettersports zurückzuführen ist, sondern wahrscheinlich auf geänderte Bedingungen in der Landnutzung mit einer entsprechenden Beeinträchtigung des Nahrungsspektrums. Im Jahr 2001 hat der LBV ein Artenshilfsprogramm mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz gestartet. Wegen Geldmangels wurden nur vier Schwerpunktbereiche bearbeitet. Ein Problem ist sicherlich auch der Stromtod bei stehenden Isolatoren an Mittelspannungstrassen. Negativ wirkt sich sicher auch die Aufforstung von Grenzertragsstandorten oder der zunehmende Mais- und Rapsanbau aus, weil dadurch die für die Nahrung wichtigen Kleinsäuger bei größerem Aufwuchs nicht mehr zu greifen sind. Es gibt jedoch sehr viele offene Fragen. Zu Hasen, Kaninchen, Rebhühnern aber beispielsweise auch zum Igel, einem ganz wichtigen Nahrungstier, gibt es überhaupt keine Untersuchungen in Bayern bisher. Hier wird das Artenhilfsprogramm in Zukunft tiefer nachfragen müssen. Denn was für viele unglaublich schien, herumliegende Igelhäute sind ein eindeutiger Hinweis auf das Vorkommen des Uhus. Ein kleiner Projektteil des Artenhilfsprogramms umfasst auch ein Radiotelemetrie – Projekt zur genaueren Erfassung von Lebensräumen und Verhaltensweisen beim Uhu.

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