Bei der Ausstellungseröffnung zum 100. Geburtstag von Konrad Klotz am 26.10.2005 war der Vortragsraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt begrüßte alle geladenen, insbesondere die Ehrengäste, darunter Landrat Heinz Wölfl und Bürgermeister Robert Zettner, sowie den Sohn des Malers und Forstmannes Professor Thomas Klotz. Ein besonderer Dank ging in diesem Zusammenhang an Herrn Leitenden Forstdirektor a. D. Maximilian Waldherr, der die Laudatio im Rahmen dieser Ausstellungseröffnung hielt. Ein ganz besonderer Dank ging auch an Karl Kraus, der den Anstoß zur Gedächtnisausstellung gegeben und auch die meisten Exponate zur Verfügung gestellt hatte. Weitere Bildgeber waren Anni Rimpler und Fritz Bauer. Ein ganz besonderer Dank ging auch an den Waldmuseumsleiter a. D. und Grafiker Erwin Steckbauer und an Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e. V. für die Vorbereitung. In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Robert Zettner den Maler und Forstmann als wichtige Persönlichkeit für Zwiesel, als Waldmuseumsgründer und letztendlich als Ehrenbürger der Stadt. Im Naturpark-Informationshaus sind nun von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr 22 Bilder des Malers Konrad Klotz und ein Portrait von Hermann Eller aus dem Jahr 1969 von Klotz zu sehen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Frauenauer Bläser-Ensemble. Einen Glanzpunkt für die Ausstellungseröffnung setzte Leitender Forstdirektor a. D. Maximilian Waldherr. In einer ausgefeilten Laudatio. Untermalt mit aussagekräftigen Darstellungen im Rahmen einer Powerpoint-Präsentation skizzierte Waldherr den Jubilar Konrad Klotz. Es hätte keinen besseren Laudator für Klotz geben können. Wohnte doch Waldherr mit seiner Familie neben ihm in einem Forsthaus. Waldherr kannte die Familie Klotz von Kindheit an. Der Rheinland-Pfälzer Klotz war bereits in jungen Jahren guter Klavierspieler, absolvierte sein Abitur und schloss die forstliche Laufbahnprüfung als Jahrgangsbester 1932 ab. Klotz machte sich sehr schnell in Fachkreisen einen Namen. Lange blieben auch seine von ihm entwickelten Klotz´schen Waldbautabellen in Gebrauch. Das Forstamt Zwiesel-Ost, zwischen Falkenstein und Scheuereck gelegen, leitete er 21 Jahre lang. In der Zeit durchliefen 67 Forstreferendare seine „Schule“. Bekannt geworden ist auch das Buch „Waldumbau“. Klotz machte das Forstamt Zwiesel-Ost zu einem forstlichen „Mekka“, auch im Hinblick auf ökologisches Wirtschaften. Er engagierte sich auch in der Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), deren Gründungsmitglied er war. Stets hatte Klotz auch die Diskussion mit der forstlichen Jugend gesucht. Im Jahre 1967 war Klotz Initiator für die Gründung des Naturpark Bayerischer Wald e. V. und erkannte die Zeichen seiner Zeit richtig. Klotz war auch der erste Geschäftsführer des Naturparkvereins. Zum Maler war Klotz bereits lange vorher geworden. Nach seiner Zeit als Ministerialreferent für Waldbau, Forsteinrichtung und Wegebau im Ministerium des damaligen Reichsprotektorats Böhmen und Mähren. Beginnend im Jahr 1942, wurde Klotz nach dem 2. Weltkrieg von den Amerikanern kurzerhand in das Gefängnis von Deggendorf gesteckt. Für eine von Aktivitäten sprühende Persönlichkeit eine sehr schlimme Zeit. Ein Gefängniswärter hatte ihn aber aus der großen Masse herausgeholt und mit einem Profimaler zusammen in eine Zelle gesperrt. Sein erstes Bild war der Gefängniswärter, den er malte. Immer mehr Aufträge kamen vom Gefängniswärter, der seine Freunde mit Bildern bediente. So wurde Klotz mehr und mehr zum Maler. Waldherr analysierte in seiner Laudatio Schritt für Schritt sehr aussagekräftig den Maler Konrad Klotz. Er ging dabei von Bildern aus, die nicht in der Ausstellung hingen. Beliebte Motive waren die Berge des Inneren Bayerischen Waldes, besonders das Arbermotiv. Meist malte Klotz Stimmungen an Föhntagen im Spätwinter oder goldene Herbstbilder, also zu Zeiten, in denen sich der Bayerische Wald von seiner schönsten Seite zeigt. Farbe und Stil hatten etwas sehr eigenes, „klotztypisches“. Zum Schluss überreichte der erste Vorsitzende des Naturpark Bayerischer Wald e. V. Heinrich Schmidt an den Laudator Maximilian Waldherr einen Holzschnitt des Grafikers Erwin Steckbauer zum besonderen Dank für die hervorragende Charakterisierung des Malers und Forstmannes Konrad Klotz. Im Anschluss daran gab es eine kleine Bewirtung, die die Stadt Zwiesel übernommen hatte.

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