Zur gemeinsamen Exkursion von Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann neben dem Referenten Heribert Kemmer vom Landschaftspflegeverband eine Reihe botanisch interessierter Teilnehmer begrüßen. Die Exkursion führte von der Donaufähre in Mariaposching aus den Donaudamm entlang aufwärts. In der Donauaue gibt es nicht nur feuchte Standorte, sondern stets auch trockene. Früher waren diese an den Sand- und Kiesbänken gegeben. Heute findet man sie eher am Donaudamm selbst. Damit zählen die Dämme zu den Ersatzlebensräumen. Bedingt durch die große Trockenheit im Frühjahr war das Pflanzen- und Gräserwachstum heuer sehr stark begrenzt. Die Donau fließt im Bereich von Mariaposching noch relativ frei, auch wenn über Jahrhunderte dort die Menschen gesiedelt hatten und den Fluss entsprechend verändert hatten. Heribert Kemmer erläuterte die Pflanzenarten der Wirtschaftswiesen genauso, wie die speziellen Besonderheiten zum Beispiel den Doldigen Milchstern. Dieser stellte ein „highlight“ dieser Exkursion dar. Er ist für Bayern Rote-Liste-Art. Für die Teilnehmer war es interessant zu hören, dass die gelbe Blume, die jeder als „Löwenzahn“ kennt eigentlich „Kuhblume“ heißt, die Verwirrung aber eigentlich erst durch die deutschen Pflanzennamen entsteht, die stark regional geprägt sind. Wirklich eindeutigen Aufschluss über Pflanzenarten gibt die exakte wissenschaftliche Bezeichnung im Lateinischen. Höhepunkt der Exkursion war das Erreichen des Inselbereiches. Dort kann man den Aufbau einer Auenlandschaft noch am ehesten nachvollziehen. Unmittelbar an die Gewässerbereiche schließen sich die Strauchweidengebüsche an. Die typischen Weidenarten dort sind Mandelweiden, Bruchweiden und Korbweiden. Danach folgt die Weichholzaue mit den verschiedenen Pappelarten, zum Beispiel der Silberpappel und mit Silberweiden. Die Hartholzaue, die überwiegend aus Eschen, Eichen und Edellaubholzarten besteht, ist an der Donau durch die Landwirtschaft bis auf wenige Relikte zurückgedrängt worden. Eine große Besonderheit stellen die Schlammlingsfluren in den Wechselwasserbereichen dar. Mit einem Staustufenbau würden diese teilweise überfluteten, teilweise frei zugänglichen Uferbereiche ganz verschwinden. Dort leben Pflanzen wie Schlammlinge und Wasserkressen, die innerhalb kürzester Zeit sich entwickeln können. Die Samen sind sehr lange keimungsfähig bis ein niedrig Wasserstand vorliegt. Interessante Lebensräume sind auch die Kiesbänke an die sich landwärts wieder Strauchweidensäume anschließen. Eine Besonderheit für die Donauauen ist auch die Kratzbeere. Während die verwandte Art, die Brombeere bekannt ist, kennt man die Kratzbeere an dem grau überzogenen Stängel.

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