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  • Botanische Raritäten des Bogenbergs Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Landschaftspflegeverband Straubing - Bogen bei gemeinsamer Exkursion


Im Rahmen einer gemeinsamen Botanik - Exkursion besuchten Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Landschaftspflegeverband Straubing - Bogen den „heiligen Berg“ Niederbayerns, den Bogenberg, der ja überwiegend von der Bogenberger Wallfahrt her bekannt ist. Der Bogenberg ist aber auch von seiner geologische Besonderheit als Urgesteinsberg aus Mylonit und von der Vegetation her ein „Heiligtum“ in Sachen Naturschutz. Während der Bayerische Wald überwiegend aus Gneisen und Graniten besteht, gibt es hier am Donaurandbruch Besonderheiten wie die Kalkstandorte auf den Helmberg oder auf dem Buchberg oder eben die Mylonite auf den Bogenberg. Weil der Bogenberg sehr wärmebegünstigt ist, entstand eine interessante Vegetation, die sich komplett vom sonstigen Bayerischen Wald abhebt. Es wechseln Waldbereiche mit Fels- und Felsspaltengesellschaften oder mit Schlehen- Ligustergebüschen ab. Die Feldulme ist hier häufig verbreitet. Von der Karthäuser Nelke bis zur Hauswurz kann man eine Vielzahl botanischer Raritäten vorfinden, die Heribert Kemmer ausführlich erläuterte. Im Rahmen von Landschaftspflegeaktionen wurden immer wieder einige Streifen dieser Privatgrundstücke die stets unten vom Ortsrand bis zum Bogenberg hochreichen, gepflegt. Hier existiert ein eigener Pflegeplan. Nicht alle Eigentümer waren aber dazu bereit. Kemmer erläuterte anschaulich die Anpassung der einzelnen Pflanzen an die übermäßigen Wärmeeinflüsse. Der Bleiche Schwingel beispielsweise hat schmale Blätter, die noch dazu weißlich überzogen sind, damit sie wenig Wärme aufnehmen. Bei anderen Pflanzen, zum Beispiel der Fetthenne oder der Hauswurz wird Wasser in die Blätter eingelagert, um so besser Trockenperioden überstehen zukönnen. Die Vegetation ändert sich dort sofort, wo über Friedhofsabfälle vom Friedhof auf dem Bogenberg Nährstoffe in die Hangbereiche eingespült worden sind. Früher wurden die Standorte am Bogenberg teilweise als Niederwälder zur Brennholzgewinnung genutzt. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. bedankte sich zum Schluss des etwa 2,5 - stündigen Rundgangs beim Referenten und verwies darauf, das die interessante Natur des Bogenbergs künftig Thema in der Naturpark - Infostelle Bogen im alten Bahnhof werden soll.

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