• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Gemeinsame Exkursion von Naturpark und Naturkundlichem Kreis zum Stubenbacher See im Böhmerwald Rückblick in die Eiszeit lockte so viele Teilnehmer wie noch nie


Zur gemeinsamen Exkursion von Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Naturkundlichem Kreis Bayerischer Wald e.V. waren 73 Teilnehmer in den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein gekommen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann begrüßte die Teilnehmer und lud zur gemeinsamen Fahrt zum Stubenbacher See ein. Dort übernahm der Consulting-Geologe Fritz Pfaffl aus Zwiesel die Leitung. Vom Parkplatz Slunecna wanderte die Gruppe zum Stubenbacher See. Dort erläuterte der 1. Vorsitzende des Vereins Naturkundlicher Kreis Bayerischer Wald e.V. Fritz Pfaffl die Entstehung und Besonderheiten des Stubenbacher Sees. Der See liegt auf 1079 m über dem Meer und damit mehr als 100 m höher als beispielsweise der Große Arbersee. Auch dieser See wurde im vorletzten Jahrhundert zur Holzdrift höher gestaut. Die Seefläche beträgt 3,72 ha, an der tiefsten Stelle ist der See 14,9 m tief. Er fasst etwa 217.000 m³ Wasser.

Auffällig ist beim Stubenbacher See die Form. Er ist nicht länglich, wie alle anderen Gletscherseen des Bayerischen und des Böhmerwaldes, sondern fast kreisrund. Dies hat schon viele Eiszeitforscher beschäftigt, aber letztendlich mit wenig Erfolg. Es gibt dazu nur Theorien. Fritz Pfaffl erzählte, dass wohl Professor Rathsburg die Eiszeitforschung am treffendsten beschrieben hatte. Er verglich das ganze mit einem Theaterstück. Man kommt sozusagen am Ende des Stücks auf eine Bühne und findet zurückgelassene Requisiten vor. Aufgrund dieser herumliegenden Gegenstände soll man dann den Ablauf des Stückes rekonstruieren, was natürlich immer zu Fehldeutungen und Unsicherheiten führt.

Eine Theorie für die Entstehung des Stubenbacher Sees könnte z.B. sein: Es handelte sich nicht um einen Zungengletscher, wie er von großen Berggipfeln mit großen Firneiskappen abfließt, sondern um einen Hanggletscher, möglicherweise aus verschiedenen Richtungen schiebend.

Wenn man die Wälle der Endmoränen kartiert, d.h. die vom Gletscher aufgeschobenen Erd- und Steinmassen, so stellt man fest, dass Arbersee und Rachelsee klassische, langgestreckte Zungenform haben. Beim Stubenbacher See geht man auch davon aus, dass er bereits aus einer älteren Eiszeit stammt. Die letzten vier Eiszeiten wurden nach dem Namen der oberbayerischen Flüsse Günz, Mindel, Riss und Würm benannt. Die zeitliche Reihenfolge ist an das Alphabet angelehnt. Die früheste Eiszeit war die Günz – Eiszeit, die letzte Eiszeit im Bayerischen Wald war die Würm-Eiszeit.

Drei Moränenwälle hatte man überklettert bis zum Seerand des Stubenbacher Sees. Nachdem man sich fachlich ausgetauscht hatte, ging die Wanderung zurück über den Wanderweg nach Stubenbach.

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