Der Naturpark Bayer. Wald e.V. startete für alle Interessierten eine ornithologische Wanderung in die Isarauen. Referent war Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederaltaich, der seit 26 Jahren ein guter Kenner der dortigen Verhältnisse ist. Bekannt sind die Isarauen im Isarmündungsgebiet durch reichhaltige Vorkommen von Pflanzen- und Tierarten, vor allem aber durch das Vorkommen verschiedenster Vogelarten. Von der Bundesrepublik Deutschland wurden der Bereich als "Gebiet von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" gefördert. Innerhalb kurzer Zeit konnte man an die dreißig Vogelarten sehen und hören. Ein heller Silberreiher zog im Flug seine Kreise. Immer wieder beeindruckend ist der nur etwa 9 Gramm schwere Zaunkönig mit seiner sehr lauten Stimme beim Gesang. Einen "Gehörtest" für Ornithologen, so Frater Ludwig, liefern immer wieder Winter und Sommergoldhähnchen, die mit ihrer extrem leisen Stimme das Klangspektrum abrunden. Der auffällig gelb- und bunt gefärbte Pirol lässt sich aber in den meisten Fällen nicht sehen. Man konnte ihn auch diesmal nur hören. Sonnenstrahlen, die sich auf einem Blätterdach leicht spiegeln, verschaffen ihm trotz seiner auffälligen Färbung die perfekte Tarnung im Unterholz. Hören konnte man auch den Halsbandschnäpper. Er ist mit einer größeren Population in den Isarauen vertreten. Der LBV hat extra für ihn Nisthilfen aufgehängt. Die große Besonderheit besteht darin, dass man die Öffnungen bis etwa Anfang Mai zumachen muss, bis er zurückkehrt, damit nicht von anderen „Allerweltsarten“ die Brutmöglichkeiten bei seiner Ankunft schon besetzt sind. Eine Reihe von anderen Akteuren, wie z.B. Graugänse im Überflug, das Nest eines Höckerschwanes, Gänsesäger beim Tauchen oder fünf Graureiher beim Fischen auf einer Kiesbank rundeten das Bild ab. Häufig zu hören war auch der Teichrohrsänger. Ein großes Problem dagegen ergibt sich für den Drosselrohrsänger, der nicht mehr vorkommt. Bedingt durch die Eutrophierung der Gewässer ist das Schilf zu schwach und zu wenig tragfähig. Der relativ große Drosselrohrsänger kann dort nicht mehr leben. Problem hat auch der Brachvogel durch den Grünlandumbruch mit Intensivierung der Landwirtschaft. Die früher sehr häufige Feldlerche ist über diesen grünen Talauen mittlerweile auch sehr selten geworden. Trotz vieler Anstrengungen in den letzten Jahren bleibt also auch in Zukunft einiges zu tun, um eine artenreiche Lebensraumgesellschaft im Donautal zu erhalten und zu stabilisieren.

Zurück