Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Kreisgruppe Regen des Landesbund Vogelschutz hatten zu einem gemeinsamen Vortrag über den Vogel des Jahres 2006 eingeladen. Der Referent Dr. Christian Stirsdorfer von der LBV Bezirksgeschäftsstelle in Niederbayern referierte im Rahmen eines bebilderten Vortrages über den Kleiber.

Beim Kleiber handelt es sich derzeit um eine nicht bedrohte Vogelart. Trotzdem ist er in einigen europäischen Ländern im Rückgang betroffen. Seine Hauptlebensräume sind Buchenwälder in Zentraleuropa und Osteuropa, sowie Buchen und Eichenwälder. Er geht auch in alte Obstgärten.

Typisch ist seine blaue Oberseite und der schwarze Augenstreif. Der Kleiber besetzt eine besondere ökologische Nische. Er läuft den Stamm hauptsächlich von oben nach unten ab. Daher kommt er an Insekten und Nahrung dran, die zum Beispiel in nach oben abstehenden Schuppen zu finden ist.

Er nimmt alle möglichen Höhlen und klebt sie mit Lehm und Speichel soweit zu, bis die Öffnung für ihn passt. Seine Name Kleiber kommt vom Zukleben. Er klebt auch das Innere vom Höhlen aus. Typisch in künstlichen Nisthilfen sind die Rindenstücke, die er zum Auspolstern hernimmt. Er ist ein reviertreuer Standvogel, der gerne Insekten, Spinnen, Käfer und alle Arten von Kerbtieren nutzt, aber auch Nüsse und Bucheckern. In den Nestern liegen meist fünf bis neun braungefleckte Eier. Der Kleiber erhält reichlich Nachwuchs, doch nur etwa ein Viertel der Tiere erreicht das zweite Lebensjahr. Damit wird er als „R-Stratege“ bezeichnet, das heißt bei vielen Jungen überleben nur wenige. Das Gegenstück sind die „K-Strategen“ wie zum Beispiel die Pinguine, die nur ein Junges aufziehen, aber dafür mit großer Fürsorge betreuen. Im Winter kommt der Kleiber auch häufig an das Futterhäuschen und kann mit seiner resoluten Art sogar die Amseln vertreiben. Wichtige Lebensräume sind jedoch altholzreiche, ökologisch vielfältige Wälder. Diese sind wiederum gut für andere Arten wie Baumläufer, Star, Schwarzspecht und jede Menge an Todholzkäfern. Das Vorhandensein alter Wälder ist somit eine wichtige Voraussetzung.

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