Herbert Pöhnl fotografiert seit 1972 im Bayerischen Wald und bald auch in den benachbarten Regionen Oberpfalz, Donauraum, westlicher Böhmer-wald und Mühlviertel. Im Mittelpunkt seiner fotografischen Arbeit steht die Realität und damit häufig der Gegensatz von Klischee, Tradition und Alltag, die Unterschiedlichkeit von Landschaften, Räumen, Menschen und Dör-fern, die oftmalige Widersprüchlichkeit und das zugleich bedingte Gemein-same von Alt und Neu, die Dokumentation des als „schön“ empfundenen und interpretierten und dessen, oft nur scheinbarenen, Gegenteils. Die Schwerpunkte seiner fotografischen Arbeit sind die Kultur und die Natur in ihren verschiedenartigsten Erscheinung von Nutzung bis Zerstörung, von Wildnis bis Dekorum, von Meditation bis Grafik. Die jeweilige Zuordnung läßt oft schon erhebliche und damit interessante Unklarheiten, Miss-verständnisse und Spannungen erkennen. So umfasst die aktuelle Ausstel-lung neben den anfangs überwiegend grafischen Arbeiten („GeoGrafik“) zunehmenden die erzählenden Bilder (aus „HinterBayern“ und „Heimat, bitte lächeln“). Seine Motive sind die gegenwärtige, also die genutzte, veränderte, gestal-tete, romantisierte Umwelt, ist das Alltägliche, nicht das Sensationelle, ist das Beunruhigende, Grafische, Melancholische, Skurille, Unspektakuläre, oft in seiner Gleichzeitigkeit. Die Fotografie versteht er überwiegend als ein Mittel der Bestandsaufnahme. Dazu bedient er sich neben der traditionellen Dunkelkammer- zunehmend der Computertechnik. Mit diesem neuen Möglichkeiten und Arbeitsweisen können bisherige technische Beschrän-kungen überwunden werden und es ist besser möglich, auf die Motive ein-zugehen und deren Geschichten und Stimmungen intensiver darzustellen. Bei den Arbeiten ist auch ein Heimat kritisierender und damit suchender und liebender Blick dominant erkennbar. Und ein Heimat in verschiedenen Va-riationen findender, in den Symboliken des Tourismus bis hin zu den Natur ersetzenden Wohlfühl-Installationen der Pflanzen-Arangements über die kargen und doch oft lyrischen, melancholischen, viel erzählenden Motive des Alltags bis zu den Motiven aus den beiden Nationalparks. Heimat als Ort der Auseinandersetzung, Symbolik und Zugehörigkeit. Pöhnl hinterfragt und beschreibt so die äussere Erscheinung der Region, damit deren Inneres, die verschiedenen Identitäten, Schönheiten, Zerstö-rungen und Veränderungen und somit auch die Form unseres Umgangs mit ihr. Dabei erschließen sich die Geschichten in den Fotografien oft erst beim zweiten Blick, wenn der Betrachter in die Falle des Realen tappt. Jetzt könnte ein Gedanke beginnen, eine Neugierde, ein Gespräch über Traditi-on, Natur und Alltag, ein Grübeln, ein Interesse, ein Engagement, vielleicht ein Lächeln. seit 1987 Mitarbeiter der ostbay. Kulturzeitschrift und des Verlages "lichtung" diverse Veröffentlichungen 1993 bis 1998 Dia-Schau „Servus Hoamad“ seit 2000 „Wo bitte liegt HinterBayern?“ ein „Heimatabend“ mit Lesung und Bildern und Musik mit der OrginalWaldlerBuamShowBänd 1998 bis 2001 CDRom-Projekt „Zwischen Donau und Moldau“ der Arbeitsgemeinschaft „Waldwildnis“ seit 1990 Verschiedene Illustrationen und Texte für andere Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und Fernsehsendungen 1996 „HinterBayern“, Fotoband mit Texten von Bernhard Setzwein und Karl Krieg seit 1978 über 100 Austellungen 1993 bis 1996 „Grenzfälle“, Wander-Fotoausstellung mit Mooser, Hanke, Kuklik durch den Bayerischen Wald und den Böhmerwald seit 2003 „www.hinterbayern.de“, ein heimatliches InternetProjekt 2004 „Blickkontakt“, Ausstellung mit Anna Kocourkova Stadtgalerie Deggendorf 2004 Fotoband „Heimat, bitte lächeln“ mit Texten von Bernhard Setzwein 2005 Ausstellung „Heimat, bitte lächeln“ im Grenzbahnhof Bayer.Eisenstein des Naturparks Bayerischer Wald Geboren 1948 in Furth im Wald, Bankkaufmann, Studium der Pädagogik und Betriebswirtschaftlehre Mitarbeiter im Verlag lichtung in Viechtach Kontakt: Herbert Pöhnl, Steinäcker 38, 94234 Viechtach, tel.: 09942-3356, poehnl@t-online.de www.hinterbayern.de

Zurück