An die 30 interessierten Wanderer waren der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. gefolgt, um bei herrlichem Wetter den Spuren der Holztrift auf der Ilz zu folgen. Ausgehend vom Schloss Fürsteneck führte die Route über den Schlossberg zur Triftsperre in der Wolfsteiner Ohe. Nach einer kurzen Erläuterung der Waldzusammensetzung am Schlossberg, wo unter anderem auch die Bergulme noch häufig in der Verjüngung zu finden ist, wurde vom Gebietsbetreuer Stefan Poost die Funktion der Triftsperre erläutert. Die Flächenmäßige Ausdehnung bis in die Hochlagen des Bayerischen Waldes, sowie die Anlage von Triftklausen und Kanälen und Durchbrüchen wurde den Zuhörern näher gebracht. Es erstaunte die Zuhörer, dass die Trift vom Wald bis nach Passau 6 Wochen dauerte und erst mit der Fertigstellung der Eisenbahnstrecke von Passau nach Freyung im Jahre 1892 sowie der Bahnverladung ab Fürsteneck auf vier Wochen verkürzt werden konnte. Auch die Frage der Logistik ohne Handy oder Funk konnte der Gebietsbetreuer anhand der Triftordnung für die Ilz aus dem Jahre 1912 erklären. Triftbeginn, Reihenfolge, Anzeigepflicht und Triftaufsicht war neben vielen anderen Dingen klar geregelt. An der Schönberger Triftsperre konnte anhand der noch im Wasser liegenden Querbalken der Aufbau der Triftrechen erklärt werden. Vom „schranzen“, dem zuschneiden des Wurzelanlaufs, bis zum Winterzug und Lagerung der Blöcher und des Brennholzes an den Ufern der Bächen reichte die Thematik. Neben der Holztrift wurden auch die Themen Neophyten und Biber an der Ilz erörtert. Nach gut zwei Stunden endete die Wanderung wieder am Schloss Fürsteneck.

Zurück