Das Wallfahrtsmuseum präsentiert die vielbeachtete Ausstellung bis 28. April im Bayerisch-Böhmischen Informationszentrum für Natur- und Nationalparke „Grenzbahnhof“ Eisenstein. Der Kötztinger Haymo Richter hat vor zehn Jahren die wichtigsten Ereignisse an und über der Staatsgrenze mit der Kamera festgehalten: Öffnung von Grenzübergängen, Begegnungen, Wallfahrten, Menschenketten. In der Ausstellung werden insgesamt rund 100 Aufnahmen gezeigt, die die Situation vor der Grenzöffnung dokumentieren; etwa eine Gruppe von Menschen, die am Schlagbaum steht, wo der Weg nicht mehr weitergeht, und nach „drüben“ schaut: Wie sieht es dort aus? Wie lebt mein tschechischer Nachbar? Es ist das Ende der (westlichen) Welt, der „Eiserne Vorhang“ ist undurchlässig. Die Fotografien belegen auch die Entwicklung in Tschechien, die schließlich zu Annäherung und Grenzöffnung geführt hat. Eine Ausstellungseinheit zeigt die frühere, gigantische Grenzbefestigung mit Zäunen, Stacheldraht und Wachtürmen - den „Eisernen Vorhang“ - und den Abbau dieser Anlagen. Auch die landschaftlichen Schönheiten der tschechischen Seite des Böhmerwaldes können jetzt erwandert werden. An einigen Stellen verläuft der Wanderweg entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“. Schließlich erinnern die Bilder an wichtige grenzüberschreitende Ereignisse und Begegnungen vor zehn Jahren: die Öffnung der Grenzübergänge z.B. in Neuaign, die Menschenkette in Bayer./ Böhm. Eisenstein, die Öffnung des Bahnübergangs Eisenstein mit Bundeskanzler Helmut Kohl oder bedeutsame kirchliche Ereignisse. Schon jetzt haben die Fotografien der Ausstellung historischen Charakter. Enorm schnell hat sich ein Wandel im Verhältnis der beiden Staaten und in der Begegnung der Bürger vollzogen. Gerade für Jugendliche ist schon heute kaum mehr vorstellbar, wie undurchdringlich der „Eiserne Vorhang“ war. Heute ist es selbstverständlich und problemlos, die Dörfer und Städte jenseits der Grenze zu besuchen. Die ausgestellten Aufnahmen entstanden überwiegend in der Zeit von Ende des Jahres 1989, als sich im Osten die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft überstürzten, bis in das Jahr 1991 hinein. Es sind Dokumente von Ereignissen, wie sie sich nicht mehr wiederholen werden. Der Aufbruch in eine neue Zeit im Nachbarland, die auch uns, hier an der Grenze, nach 45 Jahren wieder die vierte Himmelsrichtung öffnete. Oft hat man nun den Eindruck, als sei es in den verschiedenen Beziehungen und Begegnungen ruhiger geworden. Nein - es ist nur Normalität eingekehrt; der freie Zugang in das Nachbarland ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Öffnungszeiten Infozentrum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 16.30 Uhr Eintritt: kostenlos Tel. 09925-902430

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