Ein blauer Himmel begleitete die ca. 40 Naturliebhaber Anfang Oktober auf ihrer Exkursion in das Naturschutzgebiet “Moosbacher Pfahl“, das zehn Kilometer nordwestlich von Viechtach liegt. Diese naturkundliche Wanderung wurde vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der geologischen Fakultät der TU München angeboten. Der Geologe Christian Artmann informierte über die Entstehung des Pfahlgesteins. Der Pfahl ist ein mit Quarz gefüllter „Riss“ im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Vor ca. 275 Millionen Jahren drangen heiße unterirdische Lösungen in die Klüfte und Spalten dieser Schwächezone ein. „Diese Lösungen müssen ungefähr dem Wasservolumen des Kaspischen Meeres entsprochen haben“ berichtete der Geologe den beeindruckten Zuhörern. In den Spalten setzte sich der Pfahlquarz in einer Tiefe von bis zu sechs Kilometern unter der Erdoberfläche ab. Bis heute widerstand der harte Quarz vielerorts der Verwitterung. Das umgebende weichere Gestein wurde abgetragen, so dass die bis zu 120 m breiten und 30m hohen Quarzfelsmauern sichtbar zum Vorschein kamen. Der Referent wies auch auf die Verwendung des Pfahlquarzes hin. Heute ist er ein begehrter Rohstoff für die chemischen Industrie und findet in umgewandelter und veredelter Form auch in Computerchips und Solaranlagen Verwendung. Matthias Rohrbacher, Pfahlbetreuer des Naturparks, berichtete über die Tier- und Pflanzenwelt am Moosbacher Pfahl: „Auf der Südseite des Pfahlrückens wachsen noch einige Wacholder“. Das Vorkommen dieser seltenen, lichtbedürftigen Baumart ist ein Zeichen dafür, das der Pfahlrücken in früheren Zeiten beweidet wurde. Wald und Weide gingen damals eng ineinander über. Lichte, heideartige Wälder prägen stellenweise heute noch das Landschaftsbild am Pfahl. Erstaunt waren die interessierten Zuhörer, dass am niederbayerischen Pfahl fast 30 verschiedene Ameisenarten gefunden wurden. Deren Königinnen werden bis zu 20 Jahre alt. Den Ameisen wird vom Ameisenlöwen – er baut als Fallen spezielle Fangtrichter am Felsenfuß – nachgestellt. Der Pfahlbetreuer des Naturparks wies am Ende dieser Exkursion darauf hin, dass man sich in der Pfahlausstellung im „Alten Rathaus“ in Viechtach (Kontakttelefon 09942-90 48 64) noch eingehender mit diesem „Kunstwerk der Natur“ beschäftigen kann.

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