Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit BN und LBV eine Exkursion an den Kollbach, der im Deggendorfer Stadtgebiet Bogenbach heißt, unternommen. Der Kollbach zählt zu den wenigen, noch relativ ursprünglich erhaltenen Tieflandbächen. Sehr interessante Arten, die anderswo bereits verschwunden sind, sind dort erhalten geblieben. Nicht nur der Kollbach selbst, sondern auch unscheinbare Seitenbächlein oder Wiesengräben bergen hier interessantes Leben. Das Wasserkreiskraut ist stark im Rückgang begriffen, der einzige Standort im Landkreis Deggendorf liegt hier.

Die orange-roten Hinterschenkel des Weibchens der Sumpfschrecke sind ein gutes Erkennungszeichen. Die Sumpfschrecke ist wie der Steinkrebs in den Bächen ebenfalls eine Rarität. Im Rahmen der Exkursion ließ sich sogar ein Grasfrosch bereitwillig in einem Wiesengraben fotografieren. Noch zahlreiche weitere Pflanzenarten konnte man auffinden. Besonders erwähnenswert ist die Klee- oder auch die Nesselseide, die als Schmarotzerpflanzen gelten. Beide gehören der Roten Liste an. Sie brauchen als Schmarotzerpflanzen keine eigenen Blätter und winden sich um andere Pflanzen herum. Für viele Insekten interessant ist Totholz im Wasser. Damit stehen dann auch wieder viele Fischnährtiere zur Verfügung. Die weltweit vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel kommt ebenfalls noch hier vor. Sie lebte bereits vor 80 bis 100 Millionen Jahren zur Zeit der Saurier. Die Flussperlmuschel stellt also ein lebendes Fossil dar. Wichtig zum Schutz ist, dass nur wenige Nährstoffe in das Gewässer eingetragen werden.

Im Rahmen der Exkursion zeigte sich wieder einmal, dass die gemähte Feuchtwiese wesentlich mehr Pflanzenarten aufweist als beispielsweise Hochstaudenfluren mit Mädesüß. Typisch für Bayerwaldbäche ist der Straußfarn, der sich am Ufer in prächtiger Ausführung zeigte. Nach etwa 2 ½ Stunden erreichte man wieder den Ausgangspunkt und Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. bedankte sich bei den Teilnehmern und ganz besonders beim Referenten Dr. Gerhard Nagl für seine engagierten und umfangreichen Informationen.

Zurück