Beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. gibt es ein neues Gesicht zu sehen. Arnold Multerer aus Arnschwang ist als neuer Gebietsbetreuer für den Naturpark tätig. Der studierte Diplomingenieur ist seit Mai diesen Jahres speziell für die Arberregion zuständig. Sein Studium der Landschaftsarchitektur und Umweltplanung absolvierte er an der Technischen Universität München - Weihenstephan.
Im Anschluss an sein Studium war er zuerst für das Verbraucherschutzministerium im Rahmen der Bundesgartenschau in München tätig. Dort leitete Multerer den Deutschen Pavillon, der sich mit dem großen Thema der Nachhaltigkeit beschäftigte. Auf über einem Hektar Anbaufläche wurden über 300 verschiedene Pflanzen und deren Verwendungsmöglichkeiten dargestellt. Speziell der Garten der Nachwachsenden Rohstoffe war nicht nur ein Besuchermagnet, sondern war für den Pavillonleiter der Interessanteste und am Besten gestaltetste Beitrag auf der BUGA in München. Hier konnte der Besucher etwas über Verwendung und Zukunftsperspektiven verschiedener Biokraftstoffe in Erfahrung bringen. Eine knappe Million Besucher konnte Multerer in seiner vergangenen Tätigkeit als Pavillonleiter im sog. Biovisionspavillon auf der Gartenbauausstellung in München willkommen heißen.
Umso mehr war der neue Gebietsbetreuer von seinem neuen Arbeitsplatz im Informationshaus Zwiesel begeistert: „Ich finde es klasse, dass genau die Themen, welche ich 6 Monate lang der breiten Öffentlichkeit auf der BUGA präsentierte in den ökologischen Hightechbau umgesetzt wurden. Zum einem die effiziente Nutzung der Sonnenenergie zur Wärmegewinnung, zum anderen die gesundheitsbewusste und energiesparende Wärmedämmung aus Nachwachsenden Rohstoffen.“ Somit findet Arnold Multerer für sich das optimale Arbeitsumfeld vor. Auf Grund seines Aufgabenbereiches ist er jedoch oft im Außendienst tätig, wo er Führungen, Exkursionen und Projekttage abhält. Wie auch bei den meisten anderen eingesetzten Gebietsbetreuern in Bayern ist die Öffentlichkeitsarbeit Schwerpunkt seiner Tätigkeit.
Erfahrung in diesen Bereichen der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sammelte Multerer als Verantwortlicher nicht nur auf der BUGA in München, wo er für die Koordination des Grünen Campus in seinem Pavillon und die Pressearbeit zuständig war. Sondern auch bei der größten Verbrauchermesse Deutschlands, der Internationalen Grünen Woche in Berlin 2006. Dort war er für die Planung und Durchführung vom Bühnenprogramm des Landwirtschaftsministeriums verantwortlich. In diesem Zusammenhang erstellte er auch das Kinder- und Jugendprogramm über die Inhalte der Messehalle und unterrichtete die teilnehmenden Klassen in Land- und Waldwirtschaft, gesunder Ernährung, biologischer Schädlingsbekämpfung und vieles mehr.
Deshalb ist für Multerer auch in seinem neuen Job besonders wichtig, dass „die Leute mehr über ihre natürliche Umgebung und deren Besonderheiten erfahren“. Hierfür sind die naturräumlichen Gegebenheiten der Arberregion wie geschaffen. Der Große Arber selbst ist mit 1.456 Metern Höhe nicht nur der „König“ unter den Berggipfeln, sondern erreicht auch als einziger Berg im Bayerischen Wald die natürliche Waldgrenze. Latschengebüsche und subalpine Borstgrasrasen kennzeichnen das Gipfelplateau. Viele Eiszeitreliktarten, die anderswo bereits verschwunden sind, haben hier ihr Rückzugsgebiet gefunden. Mit dem Felsenstraußgras, dem Rollfarn oder auch der Alpenbraunelle bei den Vögeln, sollen nur wenige Arten genannt sein.
Doch nicht nur diese Gedanken werden mit dem höchsten Berg des Bayerischen Waldes verbunden, sondern auch viele andere: „... Eine Radaranlage fürs Militär...“, „...Weltcup am Arber ...“, „... auf den Arber brauchst net gehen, der is eh scho hin ...“, „... in der Seewand gibt es noch einen Urwald ...“, „... im Spätherbst und im Winter hat man bei gutem Wetter eine schöne Fernsicht zu den Alpen ...“. Das Bergmassiv muss somit den vielfältigsten Interessen und Ansprüchen Rechnung tragen. Mehr als eine Dreiviertel Million Besucher finden sich alljährlich hier ein, sei es um den „König“ zu bewandern oder sich im Rausch des Tempos auf den Skipisten hinabzustürzen.
Um aber der damit stark beeinträchtigen Flora und Fauna weitgehend Rechnung tragen zu können, ist die Optimierung der Besucherlenkung ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich für den Naturparkler. Eine enge Zusammenarbeit mit Grundstückseigentümer und speziellen Zielgruppen ist hierfür die Vorraussetzung.
Arnold Multerer wird künftig auch die wissenschaftlichen Arbeiten mit unterstützen, um aussagekräftige Daten über die Entwicklung der besonderen schutzwürdigen Bereiche zu erhalten. Beispielsweise sind seit 1994 bereits Dauerbeobachtungsflächen für den seltenen Ungarischen Enzian am Gipfelbereich eingerichtet worden.
Für diejenigen, welche mehr über das Arbergebiet in Erfahrung bringen wollen, gibt es ein Arberfaltblatt in Deutscher und Tschechischer Sprache oder die Internetseite www.naturpark-bayer-wald.de

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