Während warmer Abendstunden sieht man sie nun wieder eifrig nach Insekten jagen: Die Fledermäuse sind nach dem langen strengen Winter aus ihren Winterquartieren gekommen. Die Weibchen finden sich jetzt zu den so genannten Wochenstuben zusammen, wo sie ihr Junges großziehen, die Männchen sind in dieser Zeit Einzelgänger oder schließen sich zu reinen „Männerclubs“ zusammen.

Fledermäuse sind vollkommen harmlos und ausgesprochen nützlich. Eine Wochenstube kann, je nach Art bis zu mehrere hundert Weibchen beherbergen und viele Kilogramm Insekten vertilgen. Die Fledermausbestände sind seit den 60er Jahren wegen der Veränderungen in der Umwelt, vor allem wegen der Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft drastisch zurückgegangen. Alle Fledermäuse stehen deshalb unter Naturschutz. Mit seinem erfolgreichen Fledermausschutzprogramm kümmert sich der Naturpark Bayerischer Wald e.V. seit Jahren um die seltenen Tiere. Dabei wurde auch festgestellt, dass im Bayerischen Wald noch Arten vorkommen, die deutschlandweit schon fast ausgestorben sind.

Fledermäuse sorgen immer wieder für Überraschungen. Aufgrund der Klimaerwärmung wandern sogar mediterrane Arten, wie die in Italien vorkommende Weißrandfledermaus bis nach Bayern. Auch bringen genetische Analysen immer wieder einmal neue Fledermausarten zum Vorschein, die rein optisch kaum von den bekannten Arten zu unterscheiden sind. Vor drei Jahren war es ein daumengroßer Winzling, die Mückenfledermaus, den die Forscher entdeckt hatten. Eine erst 2006 neu entdeckte Art, die die Fledermauskundler in Aufregung versetzt, ist auch alles andere als ein Schwergewicht. Nicht mehr als fünf Gramm bringt die neu entdeckte Nymphenfledermaus auf die Waage. Die kleine Nymphe hat ihren Lebensraum in alten naturbelassenen Wäldern. Ob sie im Bayerischen Wald vorkommt, ist allerdings noch unklar. Der Naturpark bittet deshalb alle Landkreisbewohner um die Mithilfe beim Auffinden von Fledermausvorkommen.

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