Zum Thema Sonnenhäuser im Bayerischen Wald referierte Georg Dasch aus Straubing im Naturpark-Informationshaus. Ausgehend von der heutigen Energieerzeugung und Energiegewinnung spannte er den Bogen zum ökologischen Bauen und zu den Folgen für Klima, Umwelt und Geldbeutel. Am Beispiel von Klimakatastrophen, speziell den letzten Hochwässern, oder auch an brennenden Öltankern erläuterte Georg Dasch den derzeitigen „Energiehunger“ der Menschheit. Mittels Folien und amtlicher Statistiken konnte er belegen, dass der Energieverbrauch nach 1997 zwar leicht gesunken ist aber in den Folgejahren wieder angestiegen ist. Im Jahr 2001 betrug der Energieverbrauch in der Bundesrepublik wieder genauso viel wie im Jahr 1997, trotz gegenteiliger Absichten. Es ist an der Zeit Sonnenhäuser zu bauen und von der „süßen Droge“ der Fossilen Energieträger wegzukommen. Am Beispiel des Erdöls zeigte der Referent auf, dass die Erdölfunde beginnend von 1930 an stark zugenommen haben, dann aber auch genauso stark wieder abgenommen. Die Erdölfördermenge ist nach einer anfänglichen Zunahme jetzt ebenfalls im Abnehmen begriffen und die Lagerstätten werden langsam aber sicher zur Neige gehen. Während bis zum Jahr 2020 die europäischen Vorkommen allmählich zur Neige gehen und die russischen deutlich weniger werden, beginnen die Lagerstätten im Nahen Osten wieder an Bedeutung zu gewinnen. Der Irak beherbergt eben etwa 15 % aller Weltreserven. Auch das Uran geht in den Nächsten 40 Jahren allmählich zu Ende. Was länger zur Verfügung stehen wird, ist die Energie aus Steinkohle. Aber auch die darf man aus Klimaschutzgründen nicht einsetzen. Der einzige Ausweg beim Wohnhausbau bleibt daher eine konsequente Wärmedämmung und der Einsatz der Sonnenenergie auch zur Raumheizung. Schweizer Studien belegen, dass Erntefaktoren von Heizsystemen bei der Sonne bei 4,0 und beim Holz sogar bei 7,1 liegen. Der Strom schneidet zum Heizen am schlechtesten ab, ebenso elektrische Wärmepumpen. Beispielhaft für sparsamen Energieumgang ist das Naturpark- Informationshaus in Zwiesel. Das Nullenergiehaus aus Holz wird ganzjährig solar beheizt, etwa die Hälfte des Stroms wird durch die Sonne erzeugt. Der Energieverbrauch beginnt aber bereits beim Bauen. Der Primärenergieverbrauch des Baustoffes Holz ist enorm günstig, während Stahl und Beton in der Herstellung sehr große Energiemengen erfordern. Über die Lebensdauer von Gebäuden hinweg ist natürlich der Energieeinsatz beim laufenden Betrieb wichtig. Bei der Kombination von großen Solaranlagen und entsprechend großen Pufferspeichern sind Heizsysteme mit niedrigen Temperaturen wie Wand- oder Bodenheizungen vorteilhaft. Im Naturpark-Informationshaus wird über die 110 Quadratmeter große, 85° geneigte, thermische Solaranlage auf der Südfassade etwa das dreifache an Energie erzeugt, was zur Raumheizung verbraucht wird. Dass das System gut auf Ein- und Zweifamilienhäuser übertragbar ist, haben zahlreiche Nachahmer bereits bewiesen. Es ist sicherlich nicht notwendig den „absoluten Nullenergiegedanken“ zu verfolgen. Sonnenhäuser, mit steilen Dächern auf denen sich Solaranlagen zur Raumheizung montieren lassen schaffen im Ganzjahresbetrieb eine Nachheizung mit Holzmengen von 2-3 Ster Holz. Der häufige Vorwurf die Anlagen kommen zu teuer lässt sich wiederlegen. Solarheizungen mit entsprechender Nachheizung über Holzpelletsheizungen oder Stückholzkessel sind kostenmäßig etwa gleichauf mit Ölheizungen kombiniert mit einem Kachelofen. Jede Öl- und Gasheizung in Häusern lässt sich heute durch Pelletsheizungen ersetzen. Diese Kohlenstoffdioxidneutralen Heizanlagen sind umweltfreundlich und heutzutage nicht mehr teurer im Betrieb als beispielsweise Ölheizungen. Ein Problem stellen flache Hausdächer dar. Man kann dort große Solaranlagen zum heizen nicht ohne weiteres bauen. Ein Aufstellen ist notwendig um eine Neigung von mehr als 35° zu erreichen. Der Neubausektor stellt aber nur einen kleinen Teil der Gebäudesubstanz dar. Sehr wichtig ist es, bestehende Altbauten entsprechend nachzurüsten, zu dämmen und mit Ökologischen Heizquellen auszustatten. Georg Dasch belegte mit entsprechenden Fotos, dass sich auch Altbauten entsprechend sanieren lassen. Ein Gebäude aus den 50iger Jahren wurde mit einem Fertigkollektorfeld von etwa 40 Quadratmetern und einem 5 Kubikmeter Pufferspeicher im Keller nachgerüstet. Wer Altbauten sanieren will, soll zuerst mit der Dachdämmung, und der Wanddämmung beginnen. Danach aber an Fenster, Solaranlage und Neubau der Heizquelle, vielleicht an eine Pelletsheizung denken. Ein Umweltproblem stellen alte Holzöfen dar, die schlechte Wirkungsgrade haben und häufig mehr zur Luftverschmutzung als zum Klimaschutz beitragen. Nach einer angeregten Diskussion und entsprechenden Fragen dankte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann dem Referenten und den Zuhörern und warb um entsprechenden Einsatz beim Ökologischen bauen, sowohl im Neubaubereich als auch bei der Altbausanierung im Sinne einer intakten Umwelt.

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