Im Naturpark-Informationshaus in Zwiesel referierte Dipl. Ing. Walter Danner aus Ruhsdorf zum Thema Energie aus Biomasse. Danner ist Vorsitzender des Fachverbandes Biogas e. V. in Niederbayern und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, als Sprecher für den Bereich Biogas. Sein Hauptanliegen besteht darin, Regionalentwicklung und Wertschöpfung in strukturschwachen Regionen zu forcieren. Er war bereits in Thailand, Indien und Laos unterwegs, betreibt selbst eine Biogasanlage und einen Holzvergaser. Danner informierte zunächst über den pro Kopf-Energieverbrauch pro Bürger. Ende der 90er Jahre wurden von einem Bundesbürger im Durchschnitt 6.000 KWh Strom, 20.000 KWh Wärme verbraucht und 5.000 km mit Fahrzeugen zurückgelegt. Dies bedeutet durchschnittliche Ausgaben von 1.000 € pro Jahr und Person. Hiervon besteht aber ein Kaufkraftabfluss von etwa 80 %. Umgerechnet auf eine Gemeinde mit 3.000 Einwohnern sind dies 2,4 Mio. € pro Jahr. Nimmt man einen Landkreis mit 100.000 Einwohnern, so gehen jährlich etwa 80 Mio. € für Energie weg, das ist im Durchschnitt mehr als ein Landkreishaushalt. Danner versuchte ausführlich aufzuzeigen wohin das Geld bei Heizöl, Erdgas und Atomstrom geht, das meiste Geld bleibt da nicht in der Region. Anders ist es bei Hackschnitzeln, Biogas und Rapsöl. Hier verdienen Landwirte, Waldbauern und Handwerker in der Region. Er versuchte auch aufzuzeigen, wie Firmen teilweise gut bedient werden von der Politik, wenn sie signalisieren 200 Arbeitsplätze in einem Landkreis schaffen zu wollen, beispielsweise durch eine Betriebsansiedelung. Hier gibt es häufig Sonderkonditionen bei Gewerbesteuer und bei Grundstücksverkäufen. In der gleichen Größenordung, so Danner, lassen sich in jedem Landkreis Arbeitsplätze durch die Jobmaschinen „regenerative Energien“ schaffen. Wenn nur zwei Biogasanlagen in einer Gemeinde gebaut werden und etwa 40-50 Solaranlagen für Einfamilienhäuser montiert werden pro Jahr, sowie einige PV-Anlagen zur Solarstromerzeugung und die Wartung für Reparaturen dieser Energieerzeugungsanlagen miteinbezogen wird, dann entstehen durchschnittlich pro Gemeinde 6 Arbeitsplätze. Hochgerechnet auf einen Landkreis mit 35 Gemeinden, wie in seinem Heimatlandkreis Rottal-Inn, dann sind die 200 Arbeitsplätze aus regenerativen Energien beieinander. Hochgerechnet auf Bayern können hier etwa 14.000 Arbeitsplätze entstehen, das ist soviel wie BMW in Regensburg beschäftigt, so Danner. Er appellierte an Politiker und Verantwortliche, speziell das „Dezentrale“ mehr zu unterstützen und zu fördern, man muss weg von zentralen Strukturen, bei denen nur einige wenige die Gewinne abschöpfen, die Region manchmal aber wenig profitiert. Wir brauchen Arbeitsplätze mit einfachen Tätigkeiten, denn nicht alle Leute lassen sich hoch qualifizieren. Gerade aber die regenerativen Energien bieten hier wertvolle Ansätze. Wirtschaft trägt viel zu oft nur rein „monetäres Antlitz“, es gibt aber auch andere Werte in einer Gesellschaft, so Danner. An einem Rechenbeispiel zeigte Danner auch die Möglichkeiten für Biogas im gesamten Niederbayern auf. Seiner Modellrechnung zu Folge können hier über nachwachsende Rohstoffe ca. 1.000 Arbeitsplätze neu entstehen, Kapitalkreisläufe in der Region werden aufgebaut, anstatt Devisenabfluss in fremde Länder zu fördern. Nach einer interessanten Diskussion über Holzgas und Holzgasmotoren bedankte sich Bildungsreferent Hartwig Löfflmann beim Referenten und den Zuhörern.

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