Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. veranstaltete zusammen mit dem Biologen Karel Kleyn und dem Gebietsbetreuer Stefan Poost eine geführte Botanikwanderung an der Ilz. Eine kleine Gruppe naturinteressierter Wanderer hatte sich trotz des herrlichen ersten Badewetters eingefunden.

Neben Waldziest und Waldgeißbart konnte auch die Tollkirsche bewundert, sowie deren toxische Eigenschaften besprochen werden. Die falsche Brunnenkresse, besser bekannt als „Brunnsalat“ und die knotige Braunwurz sind neben dem verblühten Waldmeister nur einige der zahlreichen Arten. Die ersten gelben Blüten des schlitzblättrigen Sonnenhutes, der hier leider nicht heimisch ist und andere heimische Arten verdrängt, waren ebenfalls schon zu sehen. Verschiedene Libellen und Schmetterlinge nutzten das heiße Wetter zum fliegen. Laut Kleyn brauchen die unterschiedlichen Arten eine bestimmte Außentemperatur zum starten. An diesem Tag herrschten also ideale Flugbedingungen.

Die Umwandlung der dichten Fichtenreinbestände im unmittelbaren Überschwemmungsbereich in natürliche Auwälder oder Nasswiesen war ein weiteres Thema der Exkursion. An einer Beispielfläche zeigte der Gebietsbetreuer Stefan Poost, wie aus einem ehemaligen, dichten Fichtenreinbestand, der Schadanfällig gegenüber Windwurf, Schneebruch und Borkenkäfer ist, wieder die Voraussetzung für eine Nasswiese geschaffen wurde. „Ein Netz von offenen Flächen und standortgerechte Auwälder wären die effektivste Maßnahme für Hochwasserrückhalt bereits an den Flussoberläufen. Dies würde vor allem den am Unterlauf liegenden Gemeinden und Städten zur Reduzierung der Hochwasserspitzen helfen. Auch dem Biber und anderen Tier- und Pflanzenarten käme diese Entwicklung sehr entgegen.

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