Am vergangenen Sonntag (11.06.06) fand eine vogel- und naturkundliche Exkursion rund um den Großen Arbersee und in die Arberseewand statt. In Zusammenarbeit der beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald und des LBVs wurde Fritz Reiter, ein Experte für die heimische Fauna, als Referent eingeladen. Zusammen mit ihm und dem Gebietsbetreuer der Arberregion, Arnold Multerer, wurde die 40köpfige Teilnehmergruppe in die Welt der Arbervegetation und -fauna entführt.
Am Großen Arbersee konnten die Teilnehmer bereits die ersten Seebewohner, wie den Zwergtaucher und die Reiherente unter Beobachtung nehmen. Außerdem erfuhren sie die Entstehungsgeschichte des Arbersees, der in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren seinen Ursprung fand. Eine weitere Besonderheit der beiden Arberseen sind die schwimmenden Inseln, die Ende des 19. Jahrhunderts durch Menschenhand entstanden. Infolge der Anstauung des Seewassers zur besseren Nutzung für die Holztrift, lösten sich Moorfilze vom Randbereich des Sees und blieben bis heute als „schwimmende Inseln“ erhalten. Beim Einstieg in die Arberseewand wurde den Teilnehmern die Wichtigkeit von ausreichend Totholz in den Wäldern bewusst. Nur in totholzreichen Waldbeständen können z.B. verschiedene Spechtarten ihre Nahrungsgrundlage sichern und einen optimalen Höhlenplatz für die Aufzucht der Jungvögel vorfinden. Der urwaldähnliche Baumbestand in der Arberseewand ist hierfür optimal geeignet. So kann mit etwas Glück der Weißrückenspecht, der Dreizehenspecht oder der Buntspecht angetroffen werde. Wem das Glück versagt bleibt diese Spechte bei ihrem Tagesgeschäft anzutreffen, der wird aber trotzdem genügend Specht-Fraßspuren an abgestorbenen Bäumen zu sehen bekommen.
Beeindruckend ist aber nicht nur die Vogelwelt in der bis zu 400 Meter steil aufragenden Felswand, sondern auch die weitgehend natürliche Vegetation. Baumriesen mit einem Alter von über 500 Jahren sind hierbei keine Seltenheit. Ebenso die farnbewachsenen Hänge und die moosbedeckten Felswände übten ihren Reiz auf die Exkursionsgruppe aus.
Zum Erstaunen vieler Teilnehmer wurden auch noch zwei Schneebretter in der Felswand überquert, die aufgrund der Höhenlage und des kleinklimatischen Klimas der Arberseewand auch noch den Monat Juni überdauern werden.
Während der Wanderung erläuterte Reiter immer wieder die zu hörenden Vogelstimmen, wie der Tannenmeise, des Buchfinken, des Wintergoldhähnchens, des Rotkehlchens oder der Gebirgsstelze.

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