Ende November besuchten Luchsexperten und Behördenvertreter aus dem Pfälzer Wald den Naturpark Bayerischer Wald, um sich vor Ort über das hiesige Luchsprojekt zu informieren. Freitag abends stellte Wildbiologe Manfred Wölfl in der Pension Zwieselberg, wo die Besuchergruppe Quartier bezogen hatte, die aktuelle Luchsverbreitung und die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks vor. Trotz teilweise chaotischen winterlichen Straßenbedingungen wagte man sich am Samstag Vormittag nach Kasperske Hory, wo Dr. Ludek Bufka die Situation des Luchses im und um den Nationalpark Sumava erläuterte. Im Lamer Winkel konnten die Gäste dann am Nachmittag am Wildgatter bei Sommerau ein von Luchskuder „Beran“ gerissenes Damwildkalb begutachten. Gehegebesitzer Michael Fleißner stand dabei in einer regen Diskussion souverän Rede und Antwort. Anschließend hefteten sich die zwei Kleinbusse der sendermarkierten Luchsin „Andra“ auf die Fersen, die sich jedoch bei einsetzender Dämmerung über den Kaitersberg hinweg Richtung Zellertal aus dem Staub machte. Auf dem Rückweg machten die Gäste aus der Pfalz noch am neuen Naturpark-Infohaus in Zwiesel Station, wo Bildungsreferent Hartwig Löfflmann die Einrichtung und Besonderheiten dieses Nullenergiehauses vorstellte. Nach verdientem Abendessen wurde über das weitere Vorgehen bezüglich des Luchses in der Pfalz diskutiert. Dort leben im Naturpark Pfälzer Wald zwei bis vier Luchse, deren Herkunft jedoch unklar ist. In grenzüberschreitender Zusammenarbeit mit den französischen Nachbarn soll die Basis für einen sinnvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit der großen Katze geschaffen werden. Nach dem intensiven zweitägigen Erfahrungsaustausch stand am Sonntag Vormittag noch eine Führung durch das Tierfreigelände des Nationalparks an, dann machten sich die Besucher wieder auf die lange Reise zurück in die Westecke Deutschlands.

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