Die beiden Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald boten am letzten Samstagabend gemeinsam eine etwas andere Wanderung auf den Gipfel des Arbers an. Sagen und Geschichten (wahre und weniger wahre) standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Knapp 40 Teilnehmer ließen sich mit in die Vergangenheit nehmen. Begonnen wurde im 16. Jahrhundert als der bayerische Geschichtsschreiber Apian erstmals einen Berg erwähnte, der „Herba- Berg“ – wegen seiner vielen seltenen Gewächse- oder „Ethwa“ genannt wird. Nach mehreren Streitigkeiten zwischen Böhmen und Bayern vor allem um die fischreichen Seen am Arber wurde dann bei der Grenzfestlegung 1764 der Arber der bayerischen Seite zugeschlagen.

Nach dieser Einführung zur Geschichte des Grenzgebietes und zum Namen des Arbers, machte sich die Gruppe auf den Weg hinauf zur Arbereben.. Bei den Totenbrettern wartete schon der nächste Arberliebhaber und Geschichtsschreiber aus der Vergangenheit. „Der Professor der Baukunst Bernhard Grueber“, hatte schon 1851 einen Bericht über den Arber „von den Eingebornen Arwa genannt“, verfasst. Er erzählt von seinen Erlebnissen und gab folgenden Rat an die Hundebesitzer:“ Denjenigen , welche den Arber besteigen , möchte anzurathen sein, keinen Hund mitzunehmen, denn das Waldvieh ist diesem Thiere gram und geht erboßt auf es los, wodurch auch der Herr in Gefahr kommen kann.“ Nächste Station war der Zugang zum Schmugglerweg. Dort mussten auch die Teilnehmer der Sagenwanderung ihren Teil zum Abend beitragen. Jeweils 19 Teilnehmer bekamen eine Zeile des Gedichtes „Der Arber“von Rudolf Stuiber zugeteilt und gaben dann abwechseln das Gedicht zum besten. Der Schmugglerweg war dann auch willkommene Gelegenheit, das Thema Schmuggler und Schmugglergschichten aufzugreifen. Ein leibhaftiger „Schwiazer“ auf der Flucht vor den „Grenzern“ begegnete der Gruppe dann auf dem Schmugglerweg, hoch über dem Kleinen Arbersee. Da ihn die Wanderer vor seinen Verfolgern versteckten, teilte er seinen Blutwurz und ein „Spezial- Arberkracherl“mit ihnen und erzählte ihnen die wahre Geschichte vom „Fischer am Arbersee“. Die anschließende Märchenwiese war Schauplatz für das herzerweichende Märchen von der „Nixe im Arbersee“, das einen tragischen Ausgang nahm. In der Bodenmaiser Mulde wurde dann das Thema „Druden“ aufgegriffen. Frauen, die um Mitternacht Menschen ausuchen und sich Ihnen auf die Brust setzen und sie „drucken“. Auf dem Weg zum Gipfel begegnete den Teilnehmern die Alte vom Arber, die Männern von Liebeskummer befreit. Zum Abschluss stimmten die Wanderer am Gipfel des Arbers noch das Arberlied „ Wenn hoch i drob´n am Arber steh“ an und beendeten damit stimmungsvoll bei sternenklarem Himmel die Sagenwanderung.

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