Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit der BN-Kreisgruppe Deggendorf und der LBV-Kreisgruppe Deggendorf zu einem Vortrag über Fledermäuse in das Hotel Georgenhof in Fischerdorf eingeladen. Referentin war die Diplom Biologin Susanne Morgenroth, die als fundierte Fledermauskennerin gilt. Sie arbeit bereits seit über einem Jahrzehnt für den Naturpark Bayerischer Wald e.V. in Sachen Fledermäuse. Bei diesem bebildertem Vortragsabend gab es auch eine kleine Sensation zu verkünden. Es wurde mit Hilfe der Gentechnik eine neue Fledermausart nachgewiesen, die Nymphenfledermaus.

Fledermäuse sind in ihrer Entwicklung sehr alt, es gibt keine Vorläufer wie z.B. bei den Vögeln der Archäopterix. Fledermäuse haben ihre Hand vollständig in eine Flughaut eingekleidet. Die Orientierung in der Dämmerung und bei Nacht folgt über Ultraschall. Trotzdem sehen die Fledermäuse auch gut. Nur Menschen mit gutem Gehör und vielfach Kinder können die hohen Frequenzen des Ultraschalls bei einigen Arten wahrnehmen. Für alle Anderen liegen die Signale der Fledermäuse über der Hörschwelle. Während sich Fledermausarten in Wäldern und an Gewässern noch einigermaßen in ihrem Bestand gehalten haben, waren in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Rückgänge auf landwirtschaftlichen Flächen zu verzeichnen. Umweltveränderungen sind die Hauptursache. Fledermäuse bekommen nur ein bis zwei Junge pro Jahr. Ein einmal erfolgter Bestandsrückgang kann nur sehr langsam wieder ausgeglichen werden. Oft kann ungünstige Witterung bis zum 80 % Prozent der Jungen - Population vernichten. Heuer dürfte das lange kalte Frühjahr nicht unbedingt günstig sein.

Fledermausweibchen sammeln sich gerne zu Wochenstuben zusammen, um dort gemeinsam ihre Jungen aufzuziehen. Manchmal kann eine Wochenstube einziges Quartier für einen ganzen Landkreis sein. Leider erkennen viele Leute die Bedeutung nicht und bezeichnen Fledermäuse und deren Kot als Ungeziefer. Fledermauskot ist aber immer krümelig, dadurch kann man ihn von Mäusekot unterscheiden, der hart ist. Fledermausquartiere sollten nicht verschlossen werden. Die Diplom Biologin berichtet noch Interessantes zu den einzelnen Fledermausarten. Der Silberberg bei Bodenmais ist als eines der größten Überwinterungsquartiere in Europa bekannt, vor allem für Mopsfledermäuse. Während das „Graue Langohr“ eher die wärmeren Bereiche im Gäuboden liebt, geht das „Braune Langohr“ in den kühleren Bayerwald. Eine tausendköpfige Kolonie, die größte ihrer Art, befindet sich beispielsweise in der Kirche in Roggersing. Ehrenamtliche Helfer werden immer wieder gesucht, die als Feldermausbetreuer arbeiten wollen.

Weitere Informationen gibt es in Form einer Broschüre über den Naturpark Bayerischer Wald e.V.. Eine Internetseite zu Fledermäusen ist derzeit im Aufbau. Informationen zu Fledermäusen nimmt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. gerne unter 09922 / 80 24 80 entgegen.

Zurück