Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Gemeinde Außernzell hatten im Rahmen des Jahresbildungsprogramms 2004 und des Programms zur 1000 Jahr- Feier der Gemeinde Außernzell zu einem Diavortrag in das Würzinger Haus eingeladen. Etwa 30 Zuhörer, darunter auch Gemeinderäte und Bürgermeister der Nachbargemeinden waren der Einladung gefolgt. Bürgermeister Färber zeigt sich in seiner Begrüßung darüber sichtlich erfreut. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. stellte Naturpark- Idee, Naturparkgebiet und Naturparkaufgaben etwas näher vor. Die Naturpark- Infostelle für den Landkreis Deggendorf im Würzinger Haus in Außernzell existiert jetzt seit einem Jahr. Dies war auch Anlass dafür, das Naturparkthema zu vertiefen, unter anderem aber auch die hervorragende Zusammenarbeit von Naturpark und Gemeinde Außernzell, die im Rahmen der letzten Jahreshauptversammlung des Naturparks als vorbildlich dargestellt wurde. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann stellte zunächst das Naturparkgebiet von der Donau bis zur höchsten Erhebung, dem Großen Arber vor. Die Bandbreite für den Naturpark Bayerischer Wald ist einmalig in Bayern aber auch in der Bundesrepublik. Der Naturpark Bayerischer Wald mit seinem als Landschaftsschutzgebiet geschützten Teilen liegt im Vorfeld zweier Nationalparke und in unmittelbarer Nachbarschaft zu anderen Großschutzgebieten. Die Arten- und Naturausstattung des Gebiets ist bundesweit noch vorbildlich. Zahlreiche vom Aussterben bedrohte und anderswo bereits ausgestorbene Arten haben hier noch ihre Rückzugsräume, wie beispielsweise Luchs, Fischotter, Fledermäuse und eine Reihe botanisch sehr interessanter Arten bis hin zur Eiszeit – Relikt - Vegetation im Arbermassiv. Das Bundesnaturschutzgesetz und das Bayerische Naturschutzgesetz weisen den Naturparken umfangreiche Aufgaben zu. Die Dachorganisationen für die Naturparke haben in den Leitbildern das Aufgabenspektrum in vier Aufgabenbereiche zusammengefasst. Es sind dies die Bereiche Erholung und Besucherlenkung, Naturschutz- und Landschaftspflege, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Unterstützung der Regionalentwicklung. Der Auftrag für die derzeitigen Generationen besteht darin, das natürliche Lebensumfeld zu schützen eine möglichst breite Öffentlichkeit dafür zu gewinnen und vor allem die Regionalentwicklung zu fördern. Das bedeutet den Bayerischen Wald als Lebensraum und als Heimat durch Erhöhung der regionalen Wertschöpfung lebenswert zu halten. Die größte Herausforderung für unsere Generationen derzeit wird sein, die noch vorhandene Reliktausstattung natürlicher Strukturen zu erhalten, eine naturverträgliche Landnutzung zeitgemäß zu organisieren und vor allem die größte Herausforderung unserer Zeit, die Energiefrage zu lösen. Gigantische Devisenabflüsse gehen derzeit in die „Ölregionen“, mit den bekannt negativen Auswirkungen auf Klima und globale Sicherheit, das ist Geld, das uns hier fehlt, so Hartwig Löfflmann. Schweizer Untersuchungen, bereits aus dem Jahr 1997, zeigen zum Beispiel, dass je nach Berechnungsmodell, alleine in Europa zwischen 800 000 und 2,5 Millionen Arbeitsplätze mit dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe geschaffen werden könnten. Der Einsatz von einer Million Kubikmeter Holz zum Ersatz für ca. 200 000 Tonnen Heizöl würde, gemäß diesem Schweizer Szenario, etwa 1.800 Arbeitsplätze vor allem im ländlichen Raum neu schaffen, während in der Ölindustrie nur etwa 960 Arbeitsplätze wegfallen würden, ein Großteil davon im Ausland. Gerade die Gemeinde Außernzell arbeitet vorbildlich mit dem Naturpark in Sachen Umsetzung des Landschaftsplanes zur Erhaltung wertvoller Biotopstrukturen im Gemeindeumfeld und bei den Besonderheiten am Forchenhügel zusammen. Auch der Unterhalt von Wanderwegen beispielsweise läuft kontinuierlich. Wandern ist nachgewiesener Maßen eine der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen. Mit einer Einladung an alle künftigen Veranstaltungen im Rahmen der 1000 Jahr – Feier bedankte sich Bürgermeister Josef Färber beim Referenten und bei den Zuhörern.

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