Mit einer naturkundlichen Wanderung durch die Seewand zum Großen Arber ging das diesjährige Sonderveranstaltungsprogramm der beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald „Rund um den Großen Arber“ zu Ende. An den 14 angebotenen Veranstaltungen nahmen mehr als 400 Personen teil. Thema der Auftaktveranstaltung im Mai war die Vogelwelt am Arbergipfel. „Von Wasserpieper und Alpenbraunelle ...„ lautete der Titel der vogelkundlichen Wanderung mit Fritz Reiter. Da der höchste Berg des Bayerischen Waldes eine Vielzahl von Lebensraumtypen bietet (Felsgruppen, Borstgrasrasen, Baumgruppen oder Latschengebüsch), wird er von vielen Vogelarten als Brut- und/oder Rastplatz genutzt und dient als wichtiger „Trittstein“ zwischen Alpen, Sudeten und den Tundragebieten im Norden. 44 Vogelarten wurden auf dem ca. 15 ha großen Plateau bisher registriert. Davon zählen 17 Arten zu den Brutvögeln, 27 Arten, darunter Mornellregenpfeifer und Alpenbraunelle, kommen nur als Gäste im Frühjahr oder Herbst. Die dominierende Vogelart des Plateaus ist der Wiesenpieper. Das Brutvorkommen seines Verwandten, des Bergpiepers am Arber war einzigartig im Bayerischen Wald. Leider konnte in den letzten Jahren kein Brutnachweis mehr erbracht werden. Es ist zu befürchten, dass das Brutvorkommen inzwischen erloschen ist, stehen doch auf den ehemals bevorzugten Balzplätzen jetzt die Bergstationen der neuen Sesselbahn und der Gondelbahn. Arten, wie Haselhuhn, Auerhuhn, Rauhfußkauz und Waldschnepfe kommen im Arbergebiet vor und sind auch gelegentliche am Arbergipfel zu sehen. Vogelarten, die den Arber nur zur Nahrungssuche nutzen sind Mauersegler, Turmfalke und Baumfalke. Auf Grund des kalten und regnerischen Wetters waren nur wenig Vogelstimmen zu hören. Dafür erlebten die rund 20 Teilnehmer aber eine höchst interessante, sehr lehrreiche und kurzweilige Wanderung. Am Ende der Veranstaltung betonte der Referent nochmals die, gerade für die Vogelwelt, herausragende Stellung des Großen Arber innerhalb des Bayer- und Böhmerwaldes. Des weiteren standen 2004 Informationsveranstaltungen über die Schutzgebiete rund um den Großen Arber auf dem Programm. Während eines ca. 1 stündigen Rundgangs informierten die Arberbetreuerinnen der beiden Naturparke Elke Ohland und Caroline Stautner über Flora, Fauna, Geschichten und Geschichtliches beider Arberseen oder des Arbergipfels. Im Juli war dann eine botanische Exkursion am Arbergipfel geboten und im August standen Reptilien im Mittelpunkt einer Exkursion. Auch die Erlebniswanderungen für Familien fanden wieder großen Anklang. Das Programm für das Jahr 2005 wird ab Januar wieder an allen Touristinfos und beim Naturpark erhältlich sein.

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