Unter dem Motto „Bayerns UrEinwohner“ fand kürzlich eine Gemeinschaftsveranstaltung des Naturparks Oberer Bayerischer und des Naturparks Bayerischer Wald im Rahmen der Aktion der bayerischen Landschaftspflegeverbände statt. „Bayerns UrEinwohner“ sind Tier- und Pflanzenarten, die seit langem in Bayern heimisch sind, oft aber nur regional verbreitet oder auch gefährdet sind. Mit dieser Veranstaltung soll den Menschen besonders die heimische Artenvielfalt und die verschiedenen Lebensräume näher gebracht werden. Dass der Arber mit seinen Eiszeit-Reliktarten ein Refugium für solche „echte Bayern“ ist, konnten die beiden Gebietsbetreuerinnen Caroline Stautner und Isabelle Auer bei der Führung deutlich machen. Schon bei der Wanderung hinauf zum Gipfel konnten die Teilnehmer einige Arten entdecken, die eine Besonderheit im Bayerischen Wald darstellen. Der Alpenlattich (Homogyne alpina) und die Bergtroddelblume (Soldanella montana), die in Bayern sonst nur in den Alpen vorkommen, blühen zur Zeit im Arbergebiet. In den Erdspalten und kleinen Höhlen am Wegesrand konnten die Wanderer auch das Leuchtmoos entdecken. Über die Bodenmaiser Mulde ging es nach dem Streifzug durch die Arberwälder vorbei an der sagenhaften „Alten vom Arber“ hinauf zum Gipfelplateau. In den von Natur aus waldfreien Flächen am Gipfel des Arbers v.a. in den Felsenmassiven finden sich, so die Gebietsbetreuerinnen, sogenannte Eiszeitrelikte. Sie sind meist „Extremisten“, die sowohl kurzfristige Hitze als auch große Kälte und kurze Vegetationszeit ertragen können. Sehr leicht ist die Gamsbartbinse (Juncus triffidus) zu entdecken, die ihren Namen mit ihrem gamsbartähnlichen Wuchs auch zu Recht trägt. Sie kommt außerhalb der Alpen in Bayern nur am Arber und Osser vor. Auch der Krause Rollfarn, den man in ganz Bayern nur im Arbergebiet und am Kaitersberg findet, gehört zu diesen Eiszeitrelikten, sowie die nur noch am Arber vorkommende zwittrige Krähenbeere. Für den Schutz dieser Arten tragen die Landkreise Cham und Regen daher eine besondere Verantwortung. Nach dem Rundgang über das Gipfelplateau beschloss man die informative und unterhaltsame Wanderung am Gipfelfelsen noch mit einem musikalischen Genuss, dem Arberlied vorgetragen von Rudi Simeth.

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