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  • Sensationeller Fledermausfund im Rotkot-Stollen Die bislang in Niederbayern als verschollen und ausgestorben geglaubte „Kleine Hufeisennase“ ist im Rotkot-Stollen bei Zwiesel wiederentdeckt worden. Dies ist der erste Lebendfund dieser bundesweit vom


Sensationeller Fledermausfund im Rotkot-Stollen Die bislang in Niederbayern als verschollen und ausgestorben geglaubte „Kleine Hufeisennase“ ist im Rotkot-Stollen bei Zwiesel wiederentdeckt worden. Dies ist der erste Lebendfund dieser bundesweit vom

Die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde am Landratsamt Regen und die Biologin und Fledermausexpertin Susanne Morgenroth staunten nicht schlecht als bei der jährlichen Fledermauszählung im Rotkot-Stollen plötzlich eine Fledermaus von der Decke hing, die an einen halb zusammengeklappten Regenschirm erinnerte. Fest in Ihre Flughäute eingehüllt, hielt eine Kleine Hufeisennase dort ihren Winterschlaf. „ Wir konnten unser Glück gar nicht richtig fassen“ freut sich Susanne Morgenroth, „bisher wurde in ganz Niederbayern nur ein einziges, mumifiziertes Exemplar dieser Art gefunden“. Die Kleine Hufeisennase galt in Niederbayern bislang als verschollene oder sogar als ausgestorbene Fledermausart. Nur in einigen naturnahen Gebieten Tschechiens und in Oberbayern konnten noch wenige dieser europaweit streng geschützten Säugetiere nachgewiesen werden. Fast alle unserer heimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet und gerade die Kleine Hufeisennase, die noch im 19. Jahrhundert als bayernweit häufige Art galt, erlitt einen besonders dramatischen Niedergang. „Das unterstreicht die große Bedeutung, die der Rotkot-Stollen für den Schutz der bedrohten Fledermäuse hat“ bekräftigt die Fledermausexpertin. Neben der Kleinen Hufeisennase kommen regelmäßig bis zu 9 weitere Fledermausarten im Rotkot-Stollen vor, darunter sogar Gruppen vom Großen Mausohr, oder die Bechsteinfledermaus - Fledermausarten, für deren Erhaltung Bayern eine besondere Verantwortung trägt. Richtige „Waldler“ wie die Nord- und die Mopsfledermaus, europaweit sehr seltene Fledermausarten, haben ebenfalls im Stollen am Rotkot Unterschlupf gefunden. Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer wird der Stollen als Tagesquartier von den Fledermäusen genutzt. „Die Kontrolle des Rotkot-Stollens benötigt sehr viel Vorsicht und Erfahrung, denn die Tiere hängen in den engen Gängen völlig ungeschützt auf Augenhöhe an den Wänden. Die immer wieder diskutierte touristische Nutzung des Stollens ist mit dem Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere und somit auch mit den geltenden nationalen und internationalen artenschutzrechtlichen Regelungen nicht vereinbar“, betont die Biologin.

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