Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der Naturkundliche Kreis Bayerischer Wald e.V. führten unter der Leitung von Fritz Pfaffl eine gemeinsame Wanderung zum Teufelssee im Böhmerwald durch. An mehreren stellen erläuterte der Referent auf anschauliche Art und Weise die Entstehung von Gletschern und deren Wirkung auf das Grenzgebirge. Der Teufelssee im Böhmerwald liegt gemeinsam mit dem Schwarzen See in einem 175 ha großen Naturschutzgebiet, das schon 1911 errichtet wurde. Der Böhmische Seewand-Berg, 1343 m hoch und das Seegelände liegen in den weicheren Glimmerschiefern und Glimmergneisen des Künischen Gebirges. Der Teufelssee liegt in 1030 m Höhe, hat eine maximale Tiefe von 36,5 m und ist mit 10,3 ha Wasserfläche der zweitgrößte See des Gebietes und auch der sauerste See des Hohen Böhmerwaldes. Er ist der einige Eiszeitsee auf der böhmischen Seite des Gebirges, der durch den Seebach sein Wasser nach Bayern der Donau zufließen lässt. Sein Wasservolumen wurde mit ca. 1,4 Mio. m³ errechnet. In der Seewand sind die Glimmerschieferfelsen“ mit Schrammen und Kritzer vom Gletscherschiff herrührend bedeckt, weil Glimmerschiefer weicher als Granit und Gneis sind. Deswegen sind der Teufelssee und der Schwarze See auch tiefer als beispielsweise die Arberseen oder der Rachelsee. Die Gletscher konnten das härtere Gestein nicht so ausarbeiten. In der Seewand gibt es noch Überreste einer arktisch-alpinen Flora. Parallel zum Seeufer erstrecken sich linkerhand drei Seitenmoränenwalle. Die Endmoränen, die der Gletscher geschaffen hat, verlaufen bis 200 m See abwärts. Der Seebach hat sich in der Vergangenheit deutlich mehrere Meter tief eingeschnitten. Die rechte Seitenmoräne, dem benachbarten Schwarzen See zu, ist ein deutlich breiterer Moränenkamm, der in zwei Parallelzüge zerlegt wird.

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