Im bebilderten Vortrag „Heilkräuter der Burgen und Klöster“ berichtete Elisabeth Schröder über mittelalterliche Gärten und deren Gestaltung. Rund dreißig Interessierte hatten sich im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz zu dieser Veranstaltung der Umweltstation Viechtach eingefunden, die vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. angeboten wurde. Elisabeth Schröder, Landschaftsarchitektin (FH), stellte die Kloster-, Burg- und Bauerngärten des Mittelalters vor und ging dabei auch auf typische Pflanzengruppen ein. Nutz-, Zier-, Zauber- und Heilpflanzen fanden sich in diesen Gärten wieder. Die Nutzpflanzen dienten als Nahrung wie das Bohnengemüse, zum Färben wie der Holunder oder zum Waschen wie das Seifenkraut. Manche dieser Arten finden sich heute noch in der freien Natur wie beispielsweise der seltene Färberginster in den kargen Heiden am Pfahl. Die Zierpflanzen spielten im Mittelalter meist eine untergeordnete Rolle. Einige Arten fanden als Altarschmuck Verwendung. Rose, Mohn und Lilie galten damals als Symbol für die Muttergottes. Andere Arten wie Fliegenpilz oder Farn sprach man sogar eine magische Wirkung zu. Als Glücks-, Liebes- oder Orakelpflanzen sollten sie einem Zauber dienen: „Mit der Hauswurz in den Mauerritzen eines Hauses glaubte man einen starken Beschützer vor Unheil zu haben.“ Berichtete die Referentin über die mittelalterlichen Vorstellungen. Der eigentliche Kräutergarten mit seinen Gewürz- und Heilkräutern war ein zentraler Bestandteil vieler mittelalterlichen Gärten. Die Kräuter fanden in der Küche Verwendung und das Wissen über ihre medizinische Wirksamkeit wurde von Generation zu Generation weitergeben. Nach der damaligen Idee der „Signaturlehre“ weisen die äußeren Merkmale der Pflanzen wie z.B. Blattform auf ihre mögliche Heilkraft hin. Die lungenförmigen Blätter des Lungenkrautes helfen danach gegen Beschwerden mit der Lunge, ähnliches gilt für das Leberblümchen oder Milzkraut. Die Heilpflanzen wurden nach der „Vier-Säfte-Theorie“ in „Heiß, Kalt, Trocken oder Feucht“ eingeteilt. Eine Krankheit war dann mit dem jeweiligen gegenteiligen Wirkstoff zu behandeln. Diese wichtige Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin findet sich auch in den Kräuterbüchern der heiligen Hildegard von Bingen, die die Heilkunde des Mittelalters stark geprägt hat. „Die heilende Kraft vieler altbewährter Kräuter wie Kamille, Salbei oder Ringelblume wird auch heute wieder verstärkt geschätzt.“ Schloss die Referentin ihren reich bebilderten Vortrag. Zum Abschluss wies Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach auf weitere Veranstaltungen im „grünen“ Bereich“ der Landschaftspflege hin: Seminare zum „natürlichen Bauen mit Weiden“ und zu „Bächen und Weihern als Kleinode in der Landschaft“ werden im Frühjahr angeboten.

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