• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Vogel des Jahres 2008 im Naturpark-Informationshaus vorgestellt Dr. Christian Stiersdorfer vom LBV referiert über Kuckuck


Die Kreisgruppe Regen des Landesbund für Vogelschutz und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatten zu einem gemeinsamen Vortragsabend über den Vogel des Jahres 2008 in das Naturpark-Informationshaus eingeladen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark begrüßte Rosmarie Wagenstaller, die Vorsitzende des LBV und Dr. Christian Stiersdorfer von der Bezirksgeschäftstelle des LBV in Niederbayern. In ihrer Begrüßung wies Wagestahler auf die Stunde der Gartenvögel vom 9.5.-12.5.2008 hin. Jeder ist aufgerufen hier mitzumachen. Eine Stunde lang soll man ermitteln, welche Vögel man im Garten hört und sieht. Dr. Christian Stierstorfer ging anschließend in seinem bebilderten Vortrag auf den Kuckuck, den Vogel des Jahres 2008 ein. Seinen Ruf kennt jeder. Schwieriger wird es schon, wenn man den Vogel vor Augen hat und ihn von anderen wegkennen soll. Der etwa taubengroße Vogel mit dem gelben Augenring hat eine quer gesperberte Brust. Der Zugvogel trifft Ende April, Anfang Mai ein und ist bis Juli gut beobachtbar. Sein Flugbild ähnelt eher dem einer Elster, mit relativ langem Schwanz. Sein Ruf benutzt ein in der Natur weit verbreitetes Prinzip. Ein hoher und ein niedriger Ton sind kombiniert, weil damit die Aufmerksamkeit schneller erregt wird. Wir kennen das beispielsweise beim Martinshorn des Krankenwagens. Der Kuckuck hat einen ausgeprägten Brutparasitismus. Das Weibchen beobachtet andere Vögel. Sobald diese zum Nahrungsholen das Eigelege verlassen legt das Kuckuckweibchen blitzschnell ein Ei in das fremde Nest. Wirtsvogelarten sind beispielsweise Rohrsänger, Goldammer oder Zaunkönig. Die kleinen Vögel bemühen sich dann unablässig den hungrigen feuerroten Schnabel zu füttern. Kleine Vögel wie z.B. Zaunkönige, müssen in einem späteren Stadium sogar auf den jungen Kuckuck hinaufsteigen und ihn noch füttern zu können. Der kleine Kuckuck hat eine Schnappsperre im Schnabel, damit er nicht seine fütternden Stiefeltern gleich mit verschluckt. Ein Kuckucksweibchen kann in einer Saison bis zu 25 Eier ablegen. Wenn der parasitierte Vogel allerdings den Kuckuck bemerkt, kann es sein dass das ganze Gelege aufgegeben wird. Es kann auch dazu führen, dass das Kuckucksei hinausgeworfen wird. Nicht parasitiert wird zum Beispiel die Drossel, die sich vegetarisch ernährt. Interessant ist auch, dass das Kuckucksweibchen das Ei immer einer Vogelart unterschiebt, von der es selbst großgezogen wurde. Ein Kuckucksweibchen, das von einer Goldammer großgezogen wurde, legt ihre Eier wieder in ein Goldammernest. Der Zugvogel hat eine weite Reise anzutreten. Etwa 10.000 km hin und zurück bis in die Subtropen Ost-Afrikas. Derzeit schätzt man die Population auf etwa fünf Millionen Exemplare. Die Bestandsituation des Kuckucks ist in Westeuropa aber rückläufig. Das Problem des Kuckucks besteht im Verlust der Wirtslebensräume z.B. bei Verlust von Schilfbereichen und Feuchtflächen. Die reinen Buchenwälder mag der Kuckuck ohnehin weniger, er geht mehr in die Auenwälder. Die Nachfolge in die Städte tritt der Kuckuck nicht an . Welches Problem der Klimawandel spielt, ist noch nicht ganz klar. Fachleute vermuten, dass es zu einer „Desynchronisation“, das heißt zu einem Verschieben der Brutzeiten kommen kann. Wenn zum Beispiel auf Grund des wärmeren Klimas die Wirtsvögel eher brüten, hat der später ankommende Kuckuck keine Chance seine Eier unterzulegen. Ganz geklärt ist aber die Frage noch nicht. Noch eine Eigenheit gibt es beim Kuckuck, er ist spezialisiert auf behaarte Raupen, beispielsweise von Schmetterlingen. Andere Vogelarten können diese nicht schlucken. Dem Kuckuck macht das nichts aus. Zum Schluss gab es noch Informationsmaterial über den Kuckuck zum mitnehmen.

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