Am vergangenen Mittwoch fand eine Familienwanderung zum Großen Arber unter dem Motto „Auf den Arber mit Groß und Klein“ statt, die von den beiden Naturparken Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald organisiert wurde. Am Brennesparkplatz traf sich Gebietsbetreuer Arnold Multerer mit den Familien zum dreistündigen Aufstieg. Dank des schönen sonnigen Wetters fanden sich über 50 Teilnehmer ein, um die Natur- und Pflanzenwelt beim Großen Arber näher kennen zu lernen.

Schon nach einigen Metern erklärte der Ranger den Kindern und Eltern die unterschiedlichen Merkmale von Sträuchern und Bäumen, die typisch für den Bayerischen Wald sind. Während der gesamten Wanderung wurde öfters halt gemacht und die Natur spielerisch begreifbar gemacht. Anhand von Rätseln bei denen charakteristische Merkmale von den im Naturpark ansässigen Tieren beschrieben wurden, errieten die Kinder die Lösungen. Leicht war noch das Eichhörnchen mit seinem markanten buschigen Schwanz zur erraten. Schwieriger wurde es beim Luchs oder Auerhahn.
Beim Fledermausspiel orteten die jungen Teilnehmer blind ihre Beute und konnte die „piepsenden Insekten“ mit einem Wasserstrahl fangen. Dies sorgte gleich für die nötige Erfrischung bei der Wärme. Erfühlt und ertastet wurden typische Waldgegenstände die vorher von den Teilnehmern gesammelt wurden. Während der Wanderung erklärte der Gebietsbetreuer am vorhandenen Beispiel den technischen Fortschritt der Baumernte und erzählte die Sage um das Gold der Zwerge, das die Kinder in kleinen Höhlen finden konnten.
Aber nicht nur die Kleinen durften spielend die Natur erleben, auch die Großen mussten bei den ein oder anderen Spiel mit herhalten. Beim Menschenstapeln wurde deutlich wie viel Druck auf den unteren Schichten der Erdkruste ruhte und so die „Skelette der Urzeit zu Stein“ gepresst wurden.

Nach Verlassen des Hauptweges zum Gipfel, der „Arberautobahn“ wie ihn Arnold Multerer auch nennt, schlug die Gruppe den früheren Weg der Schmuggler ein und wanderte über Stock und Stein weiter Richtung Gipfel. Auf diesen Weg waren herrliche Naturbilder zu sehen wie z.B. der Blick auf den Kleinen Arbersee mit den „schwimmenden Inseln“. An Hand einer Aufnahme vom Vorjahr verglich die Teilnehmergruppe die Lage der Inseln, die sich je nach Wind und Wetter ändert.
Bei den Rastpunkten bekamen die Kinder Geschichten über den Arber erzählt. Eine Sage berichtet von einem Fischer, der einem gefangenen Fisch ein rotes Band umband und ihn wieder in den Kleinen Arbersee ausgesetzte. Denselben fing er kurze Zeit später im Großen Arbersee. Somit nahm er an das beide Seen unterirdisch verbunden sein müssten.
Oben am Gipfel angekommen entdeckte die Gruppe unterschiedliche Motive in den Felsen. Sehr gespenstig wirkte die „alte Hexe“, auch genannt der Richard-Wagner-Kopf auf die Kinder. Am Gipfel wurde dann eine lange Brotzeit gemacht und viele Familien verweilten bei Sonnenschein bis in die späten Nachmittagsstunden am Gipfelplateau.

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