Das schöne Wetter war sicher mit ein Grund für die Wanderer, die der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald e.V., zu einer botanischen Frühjahrsexkursion ins Ilztal, gefolgt waren. Vier der ca. 35 Teilnehmer teilten mit, dass sie extra aus Altdorfer bei Landshut wegen der Ilzexkursion angereist waren. Unter der Führung von Gebietsbetreuer Stefan Poost und dem Biologen Karel Kleyn, wanderten die Teilnehmer von der Schrottenbaummühle ilzabwärts Richtung Fürsteneck. Neben vielen Frühblühern waren auch schon Schmetterlinge aktiv, denen die Temperatur von gut 20 Grad den ersten richtigen Aktivitätsschub verpasste. Bitteres Schaumkraut, auch als falsche Brunnenkresse bekannt, Huflattich, Leberblümchen Sumpfdotterblumen und Schlüsselblumen konnten bewundert werden. Die richtigen Highlights des Ilztales, das weiche Lungenkraut, der Straussfarn oder die Frühlingsplatterbse waren weitere Pflanzen, die schon zu sehen sind. Die Banater Seggen treiben gerade in frischem grün aus den „Köpfen“, die alle Jahre ein Stückchen größer werden. Der später blühende Eisenhut oder der großblütige Fingerhut stecken schon in den Startlöchern, wie an den bereits vorhandenen Blättern zu erkennen ist. Natürlich waren auch die standortsfremden Fichtenforste im Überschwemmungsbereich der Ilz ein Thema, unter deren Kronen nur ein relativ artenarmer Moos- und Sauerkleebestand sein da sein fristet. Wer zur Zeit an der Ilz wandert und die vielen Ausblicke auf das fließende Wasser genießt, kann sich kaum vorstellen, dass im Hochsommer ein dichter, oft übermannshoher Neophytenbestand aus Schlitzblättrigem Sonnenhut und indischem Springkraut, die Begleitflora der Ilz bilden und einen direkten Blick auf die „Schwarze Perle des Bayerwaldes“ oft nicht mehr zulassen. Tausende und tausende Keimblätter des Indischen Springkrautes bereiten sich gerade vor, sich innerhalb kürzester Zeit zu ihrer wahren Größe zu entfalten. Die schöne und kurze Zeit des Frühlings an der Ilz steht mit dem gerade beginnenden Laubaustrieb der Bäume noch bevor und lädt zum Wandern im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ förmlich ein. Nach gut zwei Stunden erreichten die Teilnehmer wieder die Brücke an der Schrottenbaummühle, wo sich einige Teilnehmer noch zu einer gemütlichen Einkehr entschieden.

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